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Banater Post

Das Banat in Wort und Bild

Bundesvorsitzender Peter-Dietmar Leber (Mitte) begrüßt die Teilnehmer und Referenten (am Tisch, von links: Dr. Andrea Kolbus, Dr. Hans Dama, Dr. Nelu Brădean-Ebinger) des Peter Jung und Stefan Jäger gewidmeten Vortragsabends im Bezirksmuseum Wien-Josefstadt.

Als Dank und Anerkennung für langjährige Verdienste um unseren Banater Volksstamm wurde Verbandsobmann Dr. Hans Dama mit der Verdienstmedaille der Landsmannschaft in Silber durch den Bundesvorsitzenden Peter-Dietmar Leber ausgezeichnet. Fotos: Jürgen Griebel

Dem Heimatdichter Peter Jung (geboren 1887 in Hatzfeld, gestorben 1966 ebenda) und dem „Schwabenmaler“ Stefan Jäger (geboren 1877 in Tschene, gestorben 1962 in Hatzfeld) war ein kultureller Abend gewidmet, der am 4. Mai im Bezirksmuseum Wien-Josefstadt stattfand. Veranstalter war der Verband der Banater Schwaben Österreichs, dessen Obmann Dr. Hans Dama es wiederum gelungen ist, einen für das Publikum unvergesslichen Abend zu gestalten. Der Verein realisierte sein Vorhaben in Kooperation mit der Landsmannschaft der Banater Schwaben München, dem Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der LMU München und der Österreichisch-Rumänischen Gesellschaft. Unterstützung erfuhr er dabei seitens des Bezirkskulturamtes Wien-Josefstadt, des Bezirksmuseums Wien-Josefstadt, der Stiftung der Altösterreicher und des Rumänischen Kulturvereins „Hora“, Wien.

Begrüßt wurden die Teilnehmer des literarisch-künstlerischen Abends von Michael Hemza, Bezirksvorsteher-Stellvertreter des 8. Bezirks Wien-Josefstadt, Mag. Lukas Vosicky, Generalsekretär der Österreichisch-Rumänischen Gesellschaft, Peter-Dietmar Leber, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Banater Schwaben und Dr. Hans Dama, Obmann der Banater Schwaben Österreichs. Letzterer übernahm auch die Moderation des Abends.

„Jede Kunst, jede Kultur muss sich weiterentwickeln, aber sie bedarf dazu auch des Zugangs zu ihren Wurzeln“, sagte Peter-Dietmar Leber in seinem Grußwort. Peter Jung und Stefan Jäger hätten mit ihrem Wirken „unsere Identität mitgeformt“ und uns „eine Orientierung mitgegeben, die uns geprägt hat, bis heute“. Sie haben uns „einen Weg zurück zur Region, zurück zu den Quellen geebnet. Nicht um ein Abbild einer versunkenen Welt von gestern zu finden, die es nicht mehr gibt, sondern um diese zu verstehen und um das zu verstehen, was sich daraus entwickelt hat.“ Es freue ihn sehr, dass „dieser kleine, aber feine Verband der Banater Schwaben Österreichs“ den Schwerpunkt seines Wirkens auf eine fruchtbare Auseinandersetzung mit unserer Kultur sowie auf deren Rezeption bei den anderen Völkern der Region gesetzt habe, so Leber.

Zunächst stellte Dr. Andrea Kolbus (Wien) den Banater Maler Stefan Jäger mittels einer informativen und anschaulich gestalteten PowerPoint-Präsentation vor. Die gebürtige Hatzfelderin wirkt als Dozentin an der Medizinischen Universität Wien und ehrenamtlich als Kulturreferentin des Verbandes der Banater Schwaben Österreichs. Sie gab einen Einblick in das Leben und künstlerische Schaffen des in Budapest akademisch ausgebildeten Malers, der in seinen Gemälden und Skizzen die ganze
Lebenswelt seiner schwäbischen Landsleute eingefangen und für die Nachwelt festgehalten hat. Gerade deshalb gilt er als der „Schwaben-maler“ schlechthin. Passend zu dem Vortrag hatte Dorel T. Ușvad eine kleine Ausstellung mit Bildmotiven von Stefan Jäger vorbereitet.

Der aus Budapest angereiste Univ.-Prof. Dr. Nelu Brădean-Ebinger – er ist in Bogarosch aufgewachsen, hat das Lyzeum in Hatzfeld absolviert, anschließend Hungarologie, Finnougristik und Allgemeine Germanistik studiert und danach eine akademische Laufbahn in Ungarn eingeschlagen – referierte anschließend über Peter Jung und seine Banat-Gedichte. Der begnadete Dichter, dem der Journalistenberuf als Broterwerb diente, hat ein umfangreiches literarisches Werk hinterlassen, das heimatverbundene, sozialkritische und religiöse Lyrik sowie Spruchdichtung umfasst. Von bleibendem Wert ist seine Landschaftslyrik, die man ohne Übertreibung als eine dichterische Monografie der Banater Heide werten kann.

Einen guten Einblick in Peter Jungs Lyrik vermittelte die anschließende Lesung. Dr. Hans Dama las
einige seiner Gedichte in deutscher Sprache, während Simion Dănilă von ihm ins Rumänische übersetzte Gedichte aus dem 2001 erschienenen zweisprachigen Band „Du meine Heimat, mein Banat! / O, vatra mea, o drag Banat!“ vortrug. Der in der Banater Gemeinde Belinţ lebende pensionierte Gymnasiallehrer hat sich auch als Nietzsche-Übersetzer einen Namen gemacht.

Remo Neusatz (Wien) präsentierte sodann die Neuerscheinung „Banat-Gedichte“ von Hans Dama. Der
Lyrikband wurde von der Landsmannschaft der Banater Schwaben herausgegeben und ist in der Reihe „Banater Bibliothek“ erschienen. Neusatz hob besonders die Heimatverbundenheit des Autors hervor. Auch wenn Hans Dama schon seit über 40 Jahren im Westen lebe, sei er dem Banat treu verbunden geblieben, was sich auch in seinem neuesten Gedichtband niederschlage. Seine Banat-Gedichte seien Ausdruck von  Heimweh, von Hoffnung, mitunter auch von Resignation, betonte Neusatz.

Den Vortragsabend beschloss Dr. Florian Kührer-Wielach, stellvertretender Direktor des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der LMU München. Der Historiker stellte Heft 2/2014 der Institutszeitschrift „Spiegelungen“ mit dem Themenschwerpunkt „Multikulturelles Banat“ vor.

Die zwischen den Vorträgen präsentierten musikalischen Einlagen verliehen der Veranstaltung eine festliche Stimmung. Liviu Burz, Mitglied im Chor der Wiener Staatsoper, am Klavier von Tobias Cambensy begleitet, sang unter anderem Vertonungen von Peter-Jung-Gedichten aus der Feder des Komponisten Emmerich Bartzer (geboren 1895 in Lovrin, gestorben 1961 in Hatzfeld).

Der Vortragsabend bot den geeigneten festlichen Rahmen für die Ehrung zweier langjähriger, verdienstvoller Funktionsträger des Verbandes der Banater Schwaben Österreichs durch die Landsmannschaft der Banater Schwaben. Bundesvorsitzender Leber überreichte Dr. Hans Dama die Verdienstmedaille der Landsmannschaft in Silber und würdigte den Geehrten als rastlosen Mittler zwischen den Kulturen und Generationen, für den das Banat stets Mittelpunkt seines schriftstellerischen, publizistischen und landsmannschaftlichen Wirkens geblieben sei. Leber hob Damas langjährigen Einsatz im Verband der Banater Schwaben Österreichs hervor, in dem er seit 1975 mitwirkt und dessen Obmann er seit 2001 ist.

Lore Poiger, obwohl selbst keine Banater Schwäbin, ist schon seit vielen Jahren in die Vorstandsarbeit und in die Vereinstätigkeit in Wien eingebunden. Als Dank und Anerkennung für ihren unermüdlichen Einsatz und ihre Verdienste um den Verband wurde ihr die Ehrenurkunde der Landsmannschaft überreicht.