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Banater Post

Reger Verein, lebendige Gemeinschaft

Rund 170 Funktionsträger und Gäste fanden sich zur diesjährigen Verbandstagung in Frankenthal ein, um über aktuelle Aufgaben der Landsmannschaft der Banater Schwaben zu beraten. Foto: Cornel Simionescu-Gruber

Verbandstagung in Frankenthal (Teil 2) - Die traditionelle Verbandstagung der Landsmannschaft der Banater Schwaben fand unter Beteiligung der Vorsitzenden der Landesverbände, der Kreisverbände und der Heimatortsgemeinschaften am 7. und 8. März im Donauschwabenhaus in Frankenthal statt. Nachfolgend der zweite Teil des Tagungsberichts.

Leitfaden für Wahlen und Kassenprüfer  

Die beiden nächsten Vorträge bezogen sich auf vereinsrechtliche Bestimmungen unter Berücksichtigung der Satzung der Landsmannschaft der Banater Schwaben. Zunächst gab der stellvertretende Bundesvorsitzende Johann Metzger Anleitungen zur Durchführung von Vorstandswahlen in den Verbandsgliederungen. Neben prinzipiellen Anmerkungen zu den Vorstandswahlen betonte er die Notwendigkeit einer form- und fristgerechten Einladung aller Wahlberechtigten und zeigte auf, wie die Mitgliederversammlung und die Wahl durchzuführen sind. Da die Anleitung der Tagungsmappe beigelegt war, wird hier nicht näher darauf eingegangen.

Ebenfalls in der Tagungsmappe enthalten war ein von Kurt Lohmüller erstellter Leitfaden für die Kassenprüfer der Untergliederungen unserer Landsmannschaft. Lohmüller, der unter anderem Kassenprüfer des Bundesverbandes und Kassenwart des Kreisverbandes Waldkraiburg ist, stellte diesen Leitfaden vor. Er erläuterte den Zweck der Kassenprüfung, die Aufgaben der Kassenprüfer, den Ablauf der Kassenprüfung sowie die Erstellung des Kassenprüfungsberichts. Anhand zahlreicher Beispiele aus der Praxis ist es dem Referenten gelungen, die Wichtigkeit der Kassenprüfung und die hohe Verantwortung der Kassenprüfer hervorzuheben, die in der Realität allzu oft unterschätzt werden.

Aufwind bei der Jugend (DBJT)

„Entdeckt Eure Jugend!“ Mit diesem Appell wandte sich der DBJT-Vorsitzende Harald Schlapansky an die anwesenden Verbandsvertreter. Im Hinblick auf die Zukunft unserer Landsmannschaft sei es wichtig, junge Menschen in die Verbandsarbeit einzubinden und ihnen in den Vorständen der Heimatortsgemeinschaften und Kreisverbände Verantwortung zu übertragen. Schlapansky unterstrich die Bedeutung der Jugendarbeit innerhalb unseres Verbandes und berichtete voller Stolz von der regen Tätigkeit der über 450 Mitglieder zählenden DBJT in den letzten drei Jahren. Großen Zuspruchs erfreuten sich die regelmäßigen Veranstaltungen der DBJT: Brauchtums-seminare für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Jugendball, Sportfest, Zeltlager. Der DBJT-Vorsitzende erwähnte zudem die zahlreichen öffentlichen Auftritte der Jugend- und Trachtengruppen, die Begegnungen und den Austausch mit ausländischen Gruppen sowie die verstärkte Öffentlichkeitsarbeit (Internetauftritt, Facebook, Flyer, Jugendseite in der „Banater Post“). All dies zeige, dass eine neue Gemeinschaft gewachsen sei, die vornehmlich von der bereits in Deutschland geborenen Generation geprägt werde und der zunehmend Jugendliche ohne Banater Wurzeln angehörten, betonte Schlapansky.

Trachten erleben eine Renaissance

Christine Neu, stellvertretende Bundesvorsitzende und Kreisvorsitzende in Reutlingen, widmete sich mittels PowerPoint-Präsentation dem Thema „Banater Trachten“. Dabei ging es nicht um eine volkskundliche Betrachtung, sondern um das Aufzeigen von Anlässen, zu welchen die verschiedenen Trachten (Kirchweih-, Hochzeits-, Alltags- und Sonntagstrachten) getragen und gezeigt werden können. „Tracht tragen heißt ein Bekenntnis zur Herkunft und Tradition ablegen“, sagte Christine Neu. Es gelte, die Tracht als wichtiges Kulturgut zu bewahren, sich mit ihr auseinanderzusetzen und zumindest an einigen Tagen im Jahr zu besonderen Anlässen anzulegen. Anhand von Beispielen aus ihrem eigenen Kreisverband, aber auch aus anderen landsmannschaftlichen Gliederungen verdeutlichte die Referentin, dass nicht nur Kirchweihfeste, Heimattreffen oder Trachtenumzüge die Möglichkeit bieten, die Tracht in der Öffentlichkeit zu zeigen, sondern auch andere Veranstaltungen wie Bälle oder Theateraufführungen dazu geeignet sind, besonders die Alltags- und Sonntagstracht zur Geltung zu bringen.

„Spiritueller“ Kirchenführer für Sanktanna

Unter dem Titel „Die Heimatkirchen – Denkmal unseres Glaubens“ stellte Pfarrer Karl Zirmer das vom Vorstand der HOG Sanktanna initiierte Projekt „Kirchenführer Sankt-anna“ vor, für dessen Realisierung er zusammen mit Religionslehrerin Christa M. Witting verantwortlich zeichnet. Die beiden Kirchen in Sanktanna – die Mutter-Anna-Kirche in Neusanktanna und die Herz-Jesu-Kirche in Altsanktanna – werden weniger als kunsthistorisches Objekt präsentiert, sondern mehr als ein „Denkmal des Glaubens“. Die Publikation, die zum diesjährigen Sanktannaer Heimattreffen vorliegen wird, verstehe sich demnach als ein „spiritueller Kirchenführer“, der veranschaulichen will, welche Botschaft des Glaubens diese Bauwerke mit all ihren Bildern und Statuen den Menschen vermitteln, so Pfarrer Zirmer. Anhand des Inhaltsverzeichnisses und ausgewählter Fotos stellte der Referent das dem Kirchenführer zugrundeliegende Konzept anschaulich vor. Ziel sei es, das kostbare Erbe der Ahnen zu bewahren, die Gotteshäuser in einem würdigen Zustand zu erhalten und den ererbten Glauben an die kommenden Generationen weiterzugeben.

Nach diesem Vortrags-Marathon konnten die Tagungsteilnehmer am Abend bei einem von Günther Klein moderierten kleinen Konzert der Blaskapelle „Pfalzklang“ unter der Leitung von Jakob Groß entspannen.

Heimatortsgemeinschaft Neuarad stellt sich vor

Am Sonntagvormittag stellten sich zunächst zwei Verbandsgliederungen vor: die Heimatortsgemeinschaft Neuarad und der Kreisverband Würzburg. Franz-Anton Bellinger, seit 1993 Vorsitzender der HOG Neuarad, präsentierte zunächst einen kurzen geschichtlichen Abriss der 1723 gegründeten Ortschaft, wonach er mittels Fotos Kirche, Schule und Friedhof vorstellte, auf die hauptsächlich vom Gemüsebau geprägte Wirtschaft einging und das einst blühende Vereinswesen der deutschen Gemeinschaft hervorhob. Bellinger umriss sodann das Tätigkeitsfeld der 1978 gegründeten Heimatortsgemeinschaft, das neben den im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfindenden Heimattreffen die alljährlichen Wallfahrten nach Deggingen, die Herausgabe eines Heimatblattes und das Betreiben einer Homepage umfasst. Als herausragende Ereignisse in der Vereinsgeschichte nannte Bellinger die Weihe der Vereinsfahne (1987) und die Einweihung des Neuarader Gedenksteins in Deggingen (1992).

Reges Vereinsleben beim Kreisverband Würzburg

Aufschlussreich und lebhaft gestaltete sich die Vorstellung des Kreisverbandes Würzburg durch dessen Vorsitzenden Günter Kaupa. Die Präsentation widmete sich sowohl der Geschichte des 1978 gegründeten Verbandes als auch dem aktuellen Vereinsgeschehen. Kaupa würdigte den Einsatz seiner Vorgänger Michael Pfeifauf und Ewald Kühn sowie die Verdienste von Anna Luise Mecher um das 1987 eröffnete Brauchtums- und Trachtenpuppenmuseum im Heimathaus der Banater Schwaben in Würzburg. Erwähnt wurden unter anderem die Kirchweihfeste des Kreisverbandes, das erfolgreiche Wirken der Theatergruppe, des Chors und der Jugendgruppen sowie die Teilnahme am Kiliani-Trachtenumzug, an der Kiliani-Aussiedlerwallfahrt oder am Fest der Fantasie. Tragende Säulen des Vereinslebens sind heute das von Katharina Haidt geleitete Heimathaus sowie die Trachtentanzgruppe Würzburg / Wetschehausen. Die zahlreichen Veranstaltungen im Jahreslauf sowie die vielen (auch auswärtigen) Auftritte der Tanzgruppe zeugen von einem regen Vereinsleben.

Verein der Freunde der Lenauschule

„Zukunftsförderung oder Alumni-Nostalgie?“ Dieser Fragestellung versuchte Prof. Dr. Franz Quint bei der Vorstellung des Vereins der Freunde der Lenauschule auf den Grund zu gehen. Nachdem er die Historie der Schule gestreift und über den aktuellen Stand der Schülerzahlen informiert hat (rund 1500 Schüler, die höchste Zahl in der Geschichte der Schule, in 58 Klassen, aufgeteilt auf vier Schulgebäude), erläuterte der Referent Zweck und Ziele des 2008 gegründeten und über 150 Mitglieder zählenden Vereins. Dessen Wirken sei von dem Wunsch getragen, etwas zu tun, wovon Schüler, Schule und Freunde der Lenauschule gleichermaßen profitierten, so Dr. Quint. Für die Schüler gedacht seien der seit 2009 jährlich ausgetragene Wettbewerb im Fach Deutsch, wofür Prof. Dr. Günter Kappler den Elsa-Lucia-Kappler-Preis gestiftet hat, Schüleraustausche, die Möglichkeit zu einem Schnupperstudium in Karlsruhe oder die Unterstützung der Theatergruppe NiL. Der Schule komme die Ausstattung mit Büchern, Geräten und vor allem Möbeln sowie die Finanzierung verschiedener Renovierungen zugute. Die großen Lenautreffen oder die geplante Erstellung einer Schulchronik seien hingegen dem Kapitel „Für alle“ zuzuordnen. Die Antwort auf die Frage, ob der Verein Zukunftsförderung oder Alumni-Nostalgie betreibe, gab der Referent am Schluss seiner Präsentation, indem er die für Schüler und Schule bestimmten Projekte, die unter den Aspekt „Zukunftsförderung“ fallen, in Verhältnis zu dem setzte, was der „Alumni-Nostalgie“ zuzuordnen ist: die Treffen und die angestrebte Dokumentation. Der Verein verstehe seine Arbeit im Sinne eines „Generationenvertrags“. Seine Mitglieder hätten an der Lenauschule dank hervorragender Lehrer eine sehr gute Bildung genossen. Man wolle nun etwas von dem zurückgeben, was man selbst erhalten habe, betonte Dr. Franz Quint.

Im Rahmen der allgemeinen Aussprache zum Abschluss der Tagung ging es vor allem um Fragen zur sogenannten Familienmitgliedschaft und um Vorschläge betreffend die Modernisierung der Satzung und den Bezug der „Banater Post“ in digitalem Format.