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Banater Post

Eine Stätte des Gedenkens nun auch in München

Im Parkfriedhof Untermenzing gedachte die Banater Landsmannschaft der Opfer der Russlanddeportation. Bei der Feierstunde wurde eine Gedenktafel für alle Verstorbenen aus unserer Gemeinschaft enthüllt. Foto: KV

Die Landsmannschaft der Banater Schwaben, Landesverband Bayern, gedachte am 24. Januar in München der Opfer der Deportation und Zwangsarbeit aus unserer Gemeinschaft. Die Gedenkfeier aus Anlass des 70. Jahrestages der Verschleppung in die damalige Sowjetunion fand auf dem Parkfriedhof in Untermenzing statt. Sie war verbunden mit der feierlichen Enthüllung einer vom Kreisverband München gestifteten Gedenktafel für die Opfer der beiden Weltkriege, der Verschleppungen in die Sowjetunion und in die rumänische Bărăgan-Steppe sowie für die Verstorbenen in der alten Heimat. Dadurch wurde auch in München ein Ort öffentlichen Gedenkens an die Toten unserer Gemeinschaft geschaffen und ein sichtbares Zeichen gegen das Vergessen gesetzt.

Die dem Anlass entsprechende musikalische Umrahmung seitens  der Kapelle „Original Banater Dorfmusikanten“ aus München sowie die Fahnenabordnungen der Kreisverbände Ingolstadt, München und Waldkraiburg, der Heimatortsgemeinschaften Glogowatz, Neuarad und Sanktmartin sowie der Kulturgemeinschaft „Die Sanktmartiner“ verliehen der Gedenkveranstaltung einen besonders feierlichen Rahmen.

Kreisvorsitzender Bernhard Fackelmann begrüßte die über einhundert Teilnehmer der Gedenkfeier, darunter die Münchner Stadträtin Dr. Manuela Olhausen (CSU), den Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft der Banater Schwaben, Peter-Dietmar Leber, Heimatpfarrer Peter Zillich, die Abordnung des Patenvereins Waldfrieden Großhadern sowie die Vertreter aus den Kreisverbänden und Heimatortsgemeinschaften. Er wies auf die erfolgreichen Bemühungen des Kreisverbandes hin, auch in der bayerischen Landeshauptstadt einen Ort des Gedenkens zu schaffen, an dem für unsere Verstorbenen eine Kerze angezündet und ihrer gedacht werden kann. Im Parkfriedhof Untermenzing, in unmittelbarer Nähe des hier stehenden Vertriebenendenkmals, sei ein würdiger Ort gefunden worden. Die Deportation von 120000 Deutschen aus Südosteuropa, darunter allein 35000 Banater Schwaben, bezeichnete Fackelmann als „die größte Tragödie in der Geschichte unserer Volksgruppe“.

Bundesvorsitzender Leber erinnerte anhand von Auszügen aus einem Bericht von Anton Altenbach, eines ehemals Deportierten, an das schwere Los der Verschleppten und zitierte aus einem Schreiben von Peter Altenbach an dessen in der Heimat zurückgebliebene Angehörige: „Wir wollen sogleich bitten, Allmächtiger, bewahre unsere Kinder und alle Völker vor dem gleichen Schicksal, versöhne
alle Völker und lass Frieden in der Welt sein.“ Diese Botschaft habe nichts von ihrer Aktualität und Relevanz verloren, so Leber.

Nach der Enthüllung der Gedenktafel erteilte Pfarrer Peter Zillich den Segen. Durch die fünfjährige Deportation seiner Mutter auch persönlich betroffen, berichtete Zillich von den „Gute-Nacht-Geschichten“, die ihm seine Mutter in der Kindheit erzählte. Es waren Erinnerungen an die Zeit der Verschleppung. Zu einem ergreifenden Moment  gestaltete sich die Kranzniederlegung seitens der Landsmannschaft der Banater Schwaben und des Kreisverbandes München, zumal diese von zwei ehemals Deportierten – Katharina Tillich aus Schöndorf und Peter Seibert aus Jahrmarkt – zusammen mit Jugendlichen aus der Banater Trachtengruppe München vorgenommen wurde.

Im Anschluss an die Gedenkfeier lud der Kreisverband zu einem gemütlichen Beisammensein bei Kaffee und Kuchen im nahe gelegenen Gemeindesaal der Pfarrei St. Martin ein.