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Banater Post

Empfang für Nobelpreisträger Stefan Hell

Anlässlich des Empfangs in der Rumänischen Botschaft in Berlin tauschten sich die beiden Bundesvorsitzenden Dr. Bernd Fabritius MdB und Peter-Dietmar Leber mit Nobelpreisträger Prof. Dr. Stefan Hell aus.

Der Nobelpreis im vergangenen Jahr war der Ritterschlag, aber schon vorher war die Liste der Preise lang und bedeutend, die die Forschungsarbeit des aus Sanktanna im Banat stammenden Nobelpreisträgers 2014 für Chemie, Prof. Dr. Stefan Hell, würdigten. Somit Anlass genug für den Botschafter Rumäniens in Berlin, Lazăr Comănescu, zu Ehren des Preisträgers ein Abendessen zu geben. Es war einer der letzten offiziellen Termine des Botschafters in Deutschland, der nach sechs Jahren seine Mission in Berlin beendet und das Amt des außenpolitischen Beraters von Staatspräsident Klaus Johannis antreten wird. „Sicherlich wird auch weiterhin Deutschland eine hervorgehobene Rolle in meiner Tätigkeit haben, und ich werde der Bundesrepublik und Ihnen allen verbunden bleiben“, sagte der Botschafter.

In seiner Tischansprache würdigte er den Lebensweg des mit den höchsten Weihen wissenschaftlicher Forschung versehenen Nobelpreisträgers und wies auf die Bedeutung der deutschen Schulen in Rumänien, besonders aber der Nikolaus-Lenau-Schule in Temeswar hin, die mit Herta Müller und Stefan Hell bereits zwei Nobelpreisträger unter ihren ehemaligen Schülern aufweise, ein äußerst selten anzutreffender Umstand. „Es ist für uns eine große Ehre, dass Sie die Verbindung zu dem Land, in dem Sie geboren wurden, nie aufgegeben haben, und dass Sie mit den Menschen dort in Kontakt sind“, bekannte der Botschafter.

Obwohl er nur ein halbes Jahr die Lenau-Schule besuchte, habe sein damaliger Physiklehrer die Freude an diesem Fach in ihm wecken und fördern können, erwiderte Stefan Hell, der mit seiner Frau und seinen drei Kindern nach Berlin gekommen war. Er habe nicht zur upper class gehört, mehr leisten müssen, als vielleicht manch privilegierter Schüler, aber trotzdem das entsprechende Rüstzeug für seinen weiteren erfolgreichen Schul- und Studienweg in Deutschland erhalten. Schnell habe er hier festgestellt, dass er in manchen Schulfächern seinen Altersgenossen sogar voraus gewesen sei. Nichtsdestotrotz wären ohne die gute materielle Ausstattung der deutschen Hochschulen, an denen der Physiker später forschte und lehrte, auch die Leistungen nicht zu erzielen gewesen, sagte Hell bescheiden.

Der Bundestagsabgeordnete und Präsident des Bundes der Vertriebenen, Dr. Bernd Fabritius, nahm die Begegnung zum Anlass, um auf die Bedeutung des deutschen Schulwesens in Rumänien in unseren Tagen hinzuweisen. Nach wie vor erfreuten sich diese Schulen hoher Anerkennung, weshalb der Bundestag auch beschlossen habe, die Fort- und Ausbildung deutscher Lehrkräfte in Rumänien zu fördern. Bundesvorsitzender Peter-Dietmar Leber dankte dem Nobelpreisträger für sein Bekenntnis zur Herkunft, seinen differenzierten Blick auf unsere Gemeinschaft gestern und heute.

Der Abend bot Anlass zu Gesprächen mit dem Vorsitzenden des Deutsch-Rumänischen Forums, Dr. Christoph Bergner MdB, dem Botschafter Frankreichs in Berlin, Philippe Étienne, dem Ministerialdirigenten im Auswärtigen Amt und Beauftragten für die Auswärtige Kulturpolitik Andreas Meitzner, dem Leiter des Literaturhauses Berlin, Ernest Wichner, sowie Banater Freunden des Nobelpreisträgers aus Göttingen, Dr. Hildegard und Hans-Joachim Zappel, über die Geschichte und das Wirken der Banater Schwaben. Bundesvorsitzender Leber lud den Nobelpreisträger zum Heimattag unserer Landsmannschaft 2016 nach Ulm ein, wo eine Begegnung mit ehemaligen Lehrern und Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Technik aus unserer Gemeinschaft veranstaltet werden soll.