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Banater Post

Junge Kunst aus Karlsruhe in Temeswar

Die Leiterin des Deutschen Kulturzentrums Temeswar, Alina Baciu (links), eröffnet die Ausstellung des Projektraumes V8 aus Karlsruhe in Anwesenheit der Künstler (von rechts) Franziska Degendorfer, Michael Grudziecki und Daniel Wogenstein und der Kulturreferentin für Südosteuropa am Donauschwäbischen Zentralmuseum Ulm, Dr. Swantje Volkmann.

Das Deutsche Kulturinstitut in Temeswar hatte im Mai 2014 ein langfristiges Kulturprojekt gestartet, das die Bezeichnung „Deutschlandprojekt“ trägt und das Ziel verfolgt, im Verlauf einer kulturellen Reise durch Deutschland jedes Jahr eine andere Stadt vorzustellen. Den Anfang machte Karlsruhe als Partnerstadt. Durch Konzerte, Filmvorführungen und Theateraufführungen konnten während des gesamten Jahres aktuelle Aspekte der Kultur- und Kunstszene aus Karlsruhe in Temeswar präsentiert werden. Als letzte Veranstaltung dieser Karlsruhe-Reihe stand die Ausstellung „V8 – Plattform für neue Kunst“ auf dem Programm, deren Vernissage am 14. Oktober in der Calpe Gallery stattfand. Eröffnet wurde die Ausstellung von Dr. Swantje Volkmann, Kulturreferentin für Südosteuropa am Donauschwäbischen Zentralmuseum in Ulm.

Der Projektraum V8 wurde 2005 von Studenten der Kunstakademie Karlsruhe gegründet und ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein. Benannt wurde die Künstlervereinigung nach ihrem Standort in der Viktoriastraße 8. Seit ihrer Gründung hat sie sich zu einem festen und wichtigen Bestandteil der Karlsruher Kunst- und Kulturszene entwickelt und begreift sich als Vermittler zwischen junger, sehr facettenreicher Kunst und einem kunstinteressierten, nicht ausschließlich jungen Publikum.

Freude an der eigenen Kreativität, aber auch die Unzufriedenheit mit dem bestehenden Kunstbetrieb und dessen zum Teil radikaler Kommerzialisierung hat vor allem seit den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts ein neues Phänomen zutage gefördert. Künstler schlossen sich in selbstgewählten Organisationsformen zusammen. Mit einem überwältigenden Angebot an Projekten und Räumen zeigen junge Kreative ihre Arbeiten in Wohnzimmerausstellungen, zwischengenutzten Industriebrachen, Vitrinen im öffentlichen Raum oder in Ateliergemeinschaften mit Ausstellungsareal. Das Markenzeichen zeitgenössischer Kunsträume ist eine Ambivalenz aus Vielfalt, Popularität und sozialer Unsicherheit. Vor dem Hintergrund boomender Kunsträume ist auch der Projektraum V8 entstanden.

In der Temeswarer Ausstellung präsentierten acht V8-Künstler – Enrico Bach (1980), Franziska Degendorfer (1980), Michael Grudziecki (1977), Philipp Joswig (1974), Pirmin Lang (1981), Ralf Rose (1976), Max Santo (1983) und Daniel Wogenstein (1977) – junge Kunst in ihrer gesamten Bandbreite und Vielfalt. Ihre Malereien, Grafiken und Plastiken sind surrealen, abstrakten und konstruktivistischen Positionen verhaftet und liefern einen aussagekräftigen Eindruck von den Möglichkeiten und vielfältigen Äußerungen zeitgenössischer Kunst.

Dank der gelebten Offenheit gegenüber anderen Künstlern und verschiedenen Kunstformen schien der Projektraum V8 für eine Ausstellung in Temeswar geradezu prädestiniert. Zum einen leben die Städte Temeswar und Karlsruhe seit vielen Jahren eine erfolgreiche Partnerschaft und zum anderen führen Temeswar und das Banat jene Toleranz im Zusammenleben vor, die an vielen Orten in Europa wünschenswert scheint. Zudem ist es erklärtes Ziel der jungen Künstler, ihren Beitrag im Donauraum zu leisten, dessen besonderes Merkmal gerade die Vielfalt ist.