zur Druckansicht

private Anzeige schalten

Media-Center

Banater Post

Minderheiten und grenzüberschreitende Kulturarbeit

Dr. Christoph Bergner (Quelle: Bundespresseamt)

Das Haus des Deutschen Ostens (HDO) hat für dieses Jahr zwei internationale Fachtagungen terminiert. In Kooperation mit der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung Dillingen, der zentralen Lehrerweiterbildungseinrichtung in Bayern und der Akademie für politische Bildung in Tutzing geht es in der Gemeinde am Starnberger See vom 19. bis zum 23. März um „Minderheiten in Europa“. Dabei werden die drei Veranstalter mit namhaften Referenten historische und aktuelle Fragen zur Volksgruppen- und Minderheitenpolitik in Europa untersuchen.

Der Lehrgang zur fächerübergreifenden politischen Bildung beschäftigt sich mit dem stets aktuellen Gesamtkomplex der nationalen, ethnischen und religiösen Minderheiten in Europa. Im einzelnen sollen folgende Fragen untersucht werden: Was ist eine Minderheit? Minderheit und Nationalstaat: Konfliktpotentiale in Geschichte und Gegenwart; Minderheitenschutz im nationalen, europäischen und internationalen Recht; Minderheiten in Deutschland und Deutsche als Minderheit im europäischen Ausland; Lebensweise, Selbstverständnis, rechtlicher Status von Minderheiten in Europa an ausgewählten Beispielen; Sonderfall Sinti und Roma in Europa.

Als Referenten erwartet werden: Staatssekretär Dr. Christoph Bergner (Bundesministerium des Inneren, auch Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten), und der Generalsekretär der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen (FUEV), Jan Diederichsen aus Flensburg (Leiter des Sekretariats der Deutschen Volksgruppe in Kopenhagen (Dänemark). Der Präsident des Verbandes der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG), Bernard Gaida, und der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Warschau, Rüdiger Freiherr von Fritsch, werden ebenso zur Podiumsdiskussion über Minderheitenpolitik in Europa unter besonderer Berücksichtigung der deutsch-polnischen Problematik erwartet wie der mit Wohnsitz in Oberschlesien und Bayern beheimatete Historiker Matthias Lempart M.A. Daneben werden die Vertreter der Minderheiten aus Deutschland (Sorben, Dänen, Friesen) über ihre aktuelle Lage berichten, sich mit Kultur, Schule, Sprachförderung, Rechtslage und Perspektiven auseinandersetzen. Über diese Themen wird auch der externe Leiter des HDO-Forschungsprojektes zu den deutschen Minderheiten im Osten Europas, Dr. Meinolf Arens, exemplarisch für Ungarn und die Slowakei berichten; die Leiterin des Zentrums für Lehrerfortbildung in deutscher Sprache in Mediasch (Siebenbürgen/Rumänien), Ioana-Adriana Hermann, soll dies für die deutsche Minderheit in Rumänien tun. Den Abschluss der Tagung bildet ein „heißes“ Balkanthema, zu welchem sich der exzellente Kenner und Journalist Erich Rathfelder aus Berlin äußern wird: „Separation als Lösung? – Minderheiten, Nationalismus und Konflikte auf dem Balkan“.

Für die Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung Dillingen wird die Tagung von Studiendirektor Siegfried Münchenbach moderiert, für die Akademie für politische Bildung Tutzing zeichnet Dr. Michael Mayer verantwortlich. Das HDO wird vom Leitendem Regierungsdirektor Dr. Ortfried Kotzian vertreten, der auch als Referent tätig sein wird. Tagungssekretariat: Ina Raus, Buchensee 1, 82327 Tutzing; Email i.raus@apb-tutzing.de. Für Unterkunft und Verpflegung wird ein Tagungsbeitrag von 130 Euro erhoben. Rückfragen unter Tel. 08158 / 25653.