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Banater Post

Kostbarkeiten aus dem Archiv (5)

Kostbarkeiten aus dem Archiv des Kultur- und Dokumentationszentrums der Banater Schwaben in Ulm

Peter Jung

Emmerich Bartzer

Hatzfelder Persönlichkeiten 

Zwei der wertvollen Plastiken, die die Bibliothek des Kultur- und Dokumentationszentrums in Ulm schmücken, sind die Büsten der bekannten Banater Kulturschaffenden Peter Jung und Emmerich Bartzer aus Hatzfeld. Peter Jung (1887–1966), der „Sänger der Banater Heide “, geboren in Hatzfeld, ging im Heimatort zur Schule und absolvierte in Budapest eine Handelsschule. Als Autodidakt verschaffte er sich Zugang zur Literatur und begann selber zu schreiben. Der Erste Weltkrieg und die darauffolgenden politischen Ereignisse sollten seine Weltanschauung und sein dichterisches Schaffen bestimmen und prägen. In der Zwischenkriegszeit war Jung Redakteur der Hatzfelder Zeitung und Mitarbeiter mehrerer im Banat und Siebenbürgen erscheinenden deutschen Zeitungen. In den fünfziger Jahren schrieb er auch für die Temeswarer Lokalzeitung und für die in Bukarest erscheinede Tageszeitungt Neuer Weg. Er war mehrere Jahre hauptberuflich in der Hatzfelder Ziegelfabrik „Ceramica“ tätig. 1953 wurde er in den Ruhestand versetzt. Jung starb am 24. Juni 1966 und wurde auf dem Hatzfelder Friedhof beigesetzt.

Als Dichter hat Peter Jung über 12500 Gedichte geschrieben, die in verschiedenen Publikationen und Gedichtbänden veröffentlicht wurden („Stunde der heimischen Kunst“, „Das Land, wo meine Wiege stand“, „Du meine Heimat, mein Banat“ und andere). Mit seiner Landschaftslyrik hat Peter Jung der Banater Heide eine bleibendes Denkmal gesetzt. Einige seiner Gedichte sind von Josef Linster, Emmerich Bartzer und anderen Banater Komponisten vertont worden. Das von Wilhelm Ferch und Josef Linster vertonte Gedicht „Mein Heimatland“ wurde gar zu inoffiziellen Hymne der Banater Schwaben.
Emmerich Bartzer (1895–1961) wurde am 1. September 1895 in Lovrin geboren. Schon früh lernt er Geige spielen. In Szeged besuchte er die Höhere Industrieschule und nimmt zugleich Unterricht an der Musikschule. Nach dem Einsatz an der italienischen Front kommt Bartzer nach Szeged zurück und vervollständigt seine musikalische Ausbildung. Er studiert Komposition, Harmonielehre und Kontrapunkt bei namhaften Pädagogen. Als Violinist war er im dortigen Theaterorchester tätig. Ab 1923 ist Bartzer wieder in Lovrin, gründet das halbsinfonische Orchester „Lovriner Musikfreunde“ und leitet den Männergesangverein. Er verfasst mehrere Chorwerke und vom Melos des deutschen Volksliedes beeinflusste Klavier- und Orchester-stücke.

1933 übersiedelte die Familie Bartzer nach Hatzfeld. Er ist aktiv als Dirigent des Gewerbegesangvereins, als Musiklehrer am Deutschen Knabengymnasium und als Komponist tätig (Liederzyklen, auch Vertonungen seines Freundes Peter Jung, ein Streichquartett und die Operette „Grüßt mein Banat“). Emmerich Bartzer hat seinen wohl fruchtbarsten Lebensabschnitt in Hatzfeld verbracht. Im Herbst 1944 begibt er sich auf die Flucht nach Österreich. Nach Kriegsende kehrt er in die Heimat zurück und erweckt das Hatzfelder Musikleben aufs Neue. Auch nach seine Pensionierung (1959) gründet er mehrere Chöre und Orchester und leitet Fortbildungskurse für Laiendirigenten. Zwei Operetten („Annonceliebe“ und „Wenn Herzen sprechen“) sowie zahlreiche Volksmusikbearbeitungen für seine Volksorchester vervollständigen das Werk des begabten und vielseitigen Musikers. Er stirbt 1961 in Temeswar.
Beide Porträtbüsten wurden im Auftrag der HOG Hatzfeld vom gebürtigen Hatzfelder Bildhauer Theophil Soltesz realisiert und 2001 bzw. 2006 vom Vorstand der Heimatortsgemeinschaft Hatzfeld dem Kultur- und Dokumentationszentrum der Banater Schwaben in Ulm übergeben.