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Banater Post

Abwechslungsreiches Programm zum Jubiläum

Bei ihrem Jubiläumstreffen in Waldkraiburg erinnerten die Warjascher symbolisch an das Kirchweihbrauchtum. Foto: HOG

Unter dem Motto „Brauchtum und Tradition bewahren“ fand am 21. September das Warjascher Heimattreffen im Haus der Kultur in Waldkraiburg statt. Organisiert wurde es von den Vorstandsmitgliedern Alois Burger, Hedwig Höfler und Hilde Kodrotz.

Das Treffen begann am frühen Nachmittag mit einem geselligen Beisammensein bei Kaffee und Kuchen. Der Jahrgang 1953 hatte sich bereits am Vormittag zu einem Klassentreffen eingefunden. Um 18 Uhr eröffnete der HOG-Vorsitzende Günther Kratochwill den offiziellen Teil des Treffens. Als Ehrengast hieß er den stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft der Banater Schwaben, Georg Ledig, Stadtrat in Waldkraiburg, willkommen. Dieser äußerte sich anerkennend über die Tätigkeit der HOG und rief die Warjascher auf, weiterhin zusammenzustehen, um den Fortbestand solcher Treffen zu gewährleisten. Kratochwill berichtete über das neue rumänische Entschädigungsgesetz für ehemals Deportierte (siehe auch unter www.warjasch.com) und über den Stand der Arbeiten am Familienbuch, das voraussichtlich Anfang nächsten Jahres in zwei Bänden erscheinen wird. Anschließend gedachten die Anwesenden der Verstorbenen der letzten beiden Jahre, in besonderer Weise des HOG-Ehrenvorsitzenden Michael Kampf und des Landsmannes Nikolaus Laub. Beide hatten sich seit der Gründung der HOG stets aktiv in die Verbandsarbeit eingebracht. Danach ging es zum gemütlichen Teil des Treffens über. Zur Tanzunterhaltung spielte Landsmann Walter Kampf auf.

Die Veranstalter hatten das 40-jährige Gründungsjubiläum der HOG Warjasch zum Anlass genommen, das diesjährige Treffen abwechslungsreicher zu gestalten und an alte Traditionen und heimatliches Brauchtum zu erinnern. So mancher alte Brauch ist, wenn überhaupt, nur noch vom Hörensagen bekannt. Sie höre gerne zu, wenn die Großeltern oder Eltern von der alten Heimat erzählen, bekannte Doris Dungel, eine Vertreterin der jungen Generation. „Sie erzählen dann von dem friedlichen Dorf mit den breiten Gassen, die zu beiden Seiten von Akazien und Maulbeerbäumen gesäumt waren. Sie erzählen von dem weit übers Dorf ragenden Kirchturm, der beim Glockenschlag den Klang übers ganze Land trug. Sie beschrieben mir den Geruch der Pferde, der Erde, des frisch gebackenen Brotes, der Kornblumen und der Räucherkammern.“ Solche Zusammentreffen böten die Gelegenheit, all diese Erinnerungen wieder aufleben zu lassen, sagte Doris Dungel.

„Brauchtum und Tradition bewahren“ hieß denn auch das Motto des Treffens. Dabei ging es um die Kirchweih, das wohl wichtigste Fest im Banat. Die Kirchweihfeiern hier in Deutschland sind zwar etwas anders geworden, als sie der älteren Generation aus dem Banat in Erinnerung geblieben sind, doch sie begleiten viele Treffen von Heimatortsgemeinschaften mit dem Ziel, alte Traditionen zu bewahren. So haben auch die Warjascher versucht, symbolisch an das Kirchweihbrauchtum zu erinnern. Dazu gehörten ein mit bunten Schleifen und Bändern geschmückter Kirchweihstrauß und selbstverständlich die schöne Kirchweihtracht. Sieben Paare, darunter ein Kinderpaar, sind am Abend im Haus der Kultur aufmarschiert und haben einige Tänze vorgeführt. Der Kirchweihstrauß wurde nicht versteigert, sondern dem Bürgermeister der Stadt Waldkraiburg, Siegfried Klicka, als Erinnerung an die Banater Schwaben und als Dank für seine Teilnahme an den Veranstaltungen der Warjascher überreicht. Hilde Kodrotz bat das Stadtoberhaupt, den Strauß im Rathaus auszustellen, um den Besuchern die Möglichkeit zu bieten, dieses Symbol der Banater Kirchweih zu bewundern. Bürgermeister Klicka gratulierte der HOG Warjasch zu ihrem 40-jährigen Bestehen. Die Banater seien Tiefwurzler, die mit der Heimat verbunden sind, so Klicka. Damit dies auch in Zukunft so bleibe, müsse der Zusammenhalt bewahrt und die Kultur an die nächsten Generationen weitergegeben werden.

Der HOG-Vorstand dankt allen Mitwirkenden sowie allen Landsleuten, die zum Heimattreffen gekommen sind. „Scheen wor’s, un es hätt uns ewig leed getun, wenn mer net komm wäre“, lautete das Fazit einiger Teilnehmer – vielleicht ein Ansporn für die Landsleute, beim nächsten Treffen zahlreicher zu erscheinen.