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Banater Post

Kulturpreis ist Anerkennung und Ansporn

Die Preisträger des Donauschwäbischen Kulturpreises des Landes Baden-Württemberg 2013 (von rechts) Professor Anton Hollich, Sarah und OIiver Christian, Dr. Franz Metz mit Innenminister Reinhold Gall (dritter von links) und dem Juryvorsitzenden Anton Bleiziffer. Fotos: Walter Tonţa

Der Festakt zur Verleihung des Donauschwäbischen Kulturpreises des Landes Baden-Württemberg fand vor vollbesetztem Saal im Haus der Donauschwaben in Sindelfingen statt.

„Die donauschwäbische Kultur muss für unsere nachkommenden Generationen erhalten bleiben.“ Das sagte Innenminister Reinhold Gall bei der Verleihung des Donauschwäbischen Kulturpreises des Landes Baden-Württemberg im Haus der Donauschwaben in Sindelfingen am 4. November 2013. Baden-Württemberg als Patenland über die Donauschwaben und die Banater Schwaben habe sich die Pflege und Erhaltung der donauschwäbischen Kultur als Teil der gesamtdeutschen Kultur zur Aufgabe gemacht. Um dem gerecht zu werden, habe die Landesregierung 1966 den Donauschwäbischen Kulturpreis ins Leben gerufen, der alle zwei Jahre verliehen werde, so Gall.

In diesem Jahr wurde der Preis in der Sparte Musik und Musikwissenschaften vergeben. Der mit 5000 Euro dotierte Hauptpreis ging an Professor Anton Hollich, Musiker und Musikpädagoge aus Baden-Baden. Hollich (geboren 1960 in Glogowatz) genieße als Solist, Kammermusiker, Dirigent, Pädagoge und vielseitiger Unterhaltungsmusiker höchste Anerkennung, so die Begründung der Jury zur Vergabe des Donauschwäbischen Kulturpreises. Den mit 2500 Euro dotierten Förderpreis erhielt das junge Geschwisterpaar Sarah und Oliver Christian. Die beiden gebürtigen Augsburger – deren Eltern aus Rumänien stammen – sind Preisträger bedeutender Musikwettbewerbe im In- und Ausland. Sarah Christian (geboren 1990) hat sich einen Namen als Violinistin gemacht, ihr Bruder Oliver (geboren 1993) als Trompeter. Der Musikwissenschaftler und Musiker Dr. Franz Metz aus München (geboren 1955 in Darowa) wurde mit der ebenfalls mit 2500 Euro dotierten Ehrengabe des diesjährigen Kulturpreises ausgezeichnet. Dr. Metz habe sich außerordentliche Verdienste um die wissenschaftliche Erforschung der Musikgeschichte der Donauschwaben und um die Pflege und Verbreitung dieser Musik erworben, so die Jury.

Beim Festakt zur Verleihung des Donauschwäbischen Kulturpreises des Landes Baden-Württemberg begrüßte der Vorsitzende des Vereins Haus der Donauschwaben, Innenminister a.D. Heribert Rech MdL, neben den Preisträgern und deren Angehörigen Reinhold Gall MdL, Innenminister des Landes Baden-Württemberg, Horst Zecha, Kulturamtsleiter der Stadt Sindelfingen in Vertretung des Oberbürgermeisters Dr. Bernd Vöhringer, Dr. Christine Absmeier, Leiterin des Hauses der Heimat Stuttgart, Dr. Sibylle Müller, Referatsleiterin im Stuttgarter Innenministerium, Arnold Tölg, BdV-Landesvorsitzender. Zugegen waren auch der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft der Banater Schwaben, Peter-Dietmar Leber, die Landesvorstandsmitglieder Hans Georg Mojem, Michael Koppi und Werner Gilde sowie die Bundesvorsitzenden der Landsmannschaften der Donauschwaben, der Deutschen aus Ungarn und der Sathmarer Schwaben.

Eine Reverenz an die edle Kunst der Töne war die anschließende Begrüßungsansprache des Vorsitzenden der Jury zur Vergabe des Donauschwäbischen Kulturpreises, Anton Bleiziffer (geboren 1950 in Sanktanna). Die Jury habe herausragende Repräsentanten der donauschwäbischen Kultur ausgezeichnet, die sich durch ihr Schaffen in besonderer Weise um den Erhalt und die Pflege der donauschwäbischen Kultur verdient gemacht haben, sagte Bleiziffer. Die Preisträger seien prägende Persönlichkeiten des donauschwäbischen Musikuniversums mit grenzüberschreitender Präsenz und Wirkung. Die Musik sei die klingende Visitenkarte der Donauschwaben, die auf eine lange und reichhaltige Tradition in diesem Bereich zurückblicken können. Dank vieler Musiker aus ihren Reihen – in besonderer Weise auch durch das Wirken der Preisträger – werde diese Tradition bis heute gepflegt und weitergeführt, so Bleiziffer.

Musik spreche nicht nur eine universelle Sprache und könne Emotionen Ausdruck verleihen – Musik sei vor allem auch sichtbarer Ausdruck einer Kultur. Jede Kultur, auch die donauschwäbische, habe ihren berechtigten Platz im Gefüge der Kulturen und bereichere unser Zusammenleben. „Diese zu pflegen und zu erhalten, dazu will der baden-württembergische Kulturpreis anregen“, so Innenminister Gall in seiner Festansprache. Mit dem Kulturpreis 2013 würden anerkannte Persönlichkeiten aus den Reihen der Donauschwaben oder solche mit donauschwäbischen Wurzeln ausgezeichnet, die sich mit der donauschwäbischen Musikkultur verbunden fühlen und zu ihrem Erhalt beitragen. „Mit den verliehenen Preisen bringt das Land Baden-Württemberg seinen Dank und seine Anerkennung zum Ausdruck“, betonte Gall und motivierte die Preisträger, der Musik und der donauschwäbischen Kultur verbunden zu bleiben.

Die Laudationes auf die Preisträger hielt Anton Bleiziffer. Diese werden in zwei Folgen in der „Banater Post“ veröffentlicht. Innenminister Reinhold Gall überreichte sodann die Preise samt Urkunde. Der Festakt wurde von Christoph Rothfuß mit Werken von Mozart, Chopin und Ravel am Flügel musikalisch umrahmt. Zum Schluss bot Hauptpreisträger Anton Hollich dem zahlreichen Publikum einen musikalischen Leckerbissen. Zusammen mit seinem Sohn Patrick (Klarinette) und Frank Düpree (Klavier) – beides sehr begabte und erfolgreiche junge Musiker – spielte er das 1832 von Felix Mendelssohn-Bartholdy komponierte Konzertstück „für Dampfnudeln und Rahmstrudel“.