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Banater Post

Der zweite „Banater Struwwelpeter“

Übertragungen in weitere vier Ortsmundarten - ein neuer, der zweite „Banater Struwwelpeter“ ist da! Und ginge der Wunsch seines Herausgebers Lothar Blickling in Erfüllung, soll es eine stattliche Reihe werden – mit Übertragungen in je mehr Banater Orts-dialekte. Vorliegende Ausgabe erweitert den „Struwwelpeter“ um weitere vier Mundarten aus dem Banat. Dafür konnten Katharina Schlapansky (Bakowa), Elisabeth Martini (Billed), Herta Kuhn (Deutschbentschek) und Josef Titsch (Engelsbrunn) gewonnen werden.

Die Banater schwäbische Mundart sei mittlerweile zum Dialekt der Älteren und zum Objekt wissenschaftlicher Forschung mutiert, stellt Peter-Dietmar Leber, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Banater Schwaben, in seinem Geleitwort fest. Doch es gäbe auch Landsleute, die sich ganz bewusst wieder ihrer Mundart besinnen, mit der und in der sie sich geborgen fühlen. Die neue „Struwwelpeter“-Ausgabe biete dem interessierten Leser mehr als eine Handreichung zu dieser Rückbesinnung, so Leber. Und sie biete den Großeltern die Möglichkeit, der in Deutschland geborenen Enkelgeneration die untergehende Mundart mittels eines der erfolgreichsten deutschen Kinderbücher näher zu bringen.

Ein lehrreiches Vorwort steuerte der Sprachwissenschaftler, Mundartautor und Verleger Dr. Walter Sauer bei, der wohl bedeutendste „Struwwelpeter“-Forscher in Deutschland. Dass dieses Kinderbuch dutzende Male neu illustriert, abgewandelt, parodiert und imitiert, in über 50 Fremdsprachen übersetzt und in über 80 deutschen Mundartfassungen übertragen worden sei, hätte sich sein Verfasser, der Frankfurter Arzt Heinrich Hoffmann, wahrlich nicht träumen lassen, merkt Dr. Sauer an. Es sei erfreulich, dass die Autoren dieses Bändchens sich der Mühe unterzogen haben, dem „Struwwelpeter“ ihre eigene, nämlich eine Banater sprachliche Gestalt zu geben. Und es sei zu begrüßen, dass sie einerseits ihre Mundart in der neuen Heimat bis heute stolz weiterpflegen und andererseits Beispiele von weiteren vier Banater Ortsmundarten schriftlich festgehalten haben, wo man doch davon ausgehen könne, dass diese Sprachformen aussterben werden.

Bei den „Übersetzern“ standen nicht literarische Ambitionen im Vordergrund, sondern die Freude an der heimischen Mundart und das Ausloten der von der jeweiligen Ortsmundart gebotenen Übertragungsmöglichkeiten. Manch originelle Lösung fällt bei der Lektüre der einzelnen Mundartfassungen ins Auge. Und der (etwas ältere) Leser wähnt sich nicht nur in die eigene Kindheit zurückversetzt und an manch lustigen Streich erinnert, sondern verspürt auch die typische Atmosphäre banatschwäbischer Dörflichkeit.

Die einzelnen Episoden der zehn Geschichten nehmen jeweils eine Seite ein, wobei neben den vier Banater Mundartvarianten auch die hochdeutsche Fassung von Heinrich Hoffmann samt dessen Illustration steht. Ein nützliches Glossar, ein Epilog des Herausgebers, der auch für die Redaktion und Gestaltung der 44-seitigen Broschüre im DIN-A4-Format verantwortlich zeichnet, und Angaben zum Buchautor und den vier „Übersetzern“ runden die Ausgabe ab.    

Die Broschüre kann zum Preis von 7 Euro zuzüglich Versand bestellt werden bei den HOG-Vorsitzenden Ernst Bayerle (Bakowa, Tel. 06181 / 75332, E-Mail ernst.bayerle@t-online.de), Helga Bernath (Engelsbrunn, Tel. 07153 / 24143, E-Mail helga.bernath@engelsbrunn.de), Werner Gilde (Billed, Tel. 0721 / 863891, E-Mail werner.gilde@kit.edu) und Wilhelm Kuhn (Deutschbentschek, Tel. 0761 / 62472, E-Mail wilhelmkuhn@web.de) oder bei Lothar Blickling (Tel. 0911 / 4801501, E-Mail lothar.blickling@kabelmail.de).