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Banater Post

Ein weiteres Stück Banater Geschichte erschlossen

Auch wenn Gottlob sich nicht in dem gleichen Maße entfalten sollte wie seine Nachbarorte Triebswetter, Lovrin oder Großkomlosch, so war der Ort doch für die Erschließung der Banater Heide durch deutsche Kolonisten ein Meilenstein. Die hier im Rahmen des Theresianischen oder zweiten Schwabenzuges gegründeten Orte haben in aller Regel eine Art Verteilerfunktion übernommen: Von den Neusiedlern haben manche zum Beispiel die ersten Jahre in einem dieser Orte verbracht, um dann – aus uns unbekannten Gründen – in eine andere deutsche Banater Gemeinde zu ziehen. Es kommt in der Familienforschung daher oft vor, dass Personen im 18. Jahrhundert neu in einem Ort im Kirchenbuch verzeichnet wurden, ohne dass der Pfarrer eine Notiz zu ihrer Herkunft machte. In dieser Zeit liegt die Vermutung zwar nahe, dass die betreffenden Personen neu aus dem Reich zugezogen seien, oft genug aber stellt sich heraus, dass sie bereits seit etlichen Jahren im Banat in einer anderen Gemeinde gelebt haben. In den Anfangsjahren der Familienforschung konnten solche Verbindungen nur mit Hilfe des Zufalls aufgespürt werden. Je dichter aber das Netz der Kirchenbuchauswertungen im Banat wird, desto einfacher lassen sich die Wege der ersten Siedler im Banat nun erfassen. Nikolaus Horn gebührt daher großer Dank, dass er die Mühen auf sich genommen hat, ein umfassendes Familienbuch von Gottlob zu erstellen, zumal es für diesen Ort bereits die Arbeit von Philipp Lung gab, die den Umständen der Zeit entsprechend nur über Quellen bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts verfügte.

Nikolaus Horn beginnt sein „Familienbuch der katholischen Pfarrgemeinde Gottlob“ mit einem Überblick über die Vorgängerarbeiten und einer kurzen Ortsgeschichte, die die wichtigsten Stationen des Dorfes umreißt. An die ausführlichen Erläuterungen zum Ordnungssystems des Buches, die Abkürzungen, Literaturangaben und die Vorstellung der besonderen Probleme, mit denen das Verfassen eines Familienbuches konfrontiert, schließt sich der Familienteil, also der Hauptteil des Buches an.

Nikolaus Horn hat in seinem dreibändigen Werk auf nahezu 2000 Seiten 7084 Familien und Einzelpersonen mit großer Sorgfalt erfasst. Damit sind die für Gottlob verfügbaren Daten von der Gründung des Ortes 1773 bis ins Jahr 1990 vollständig aufgearbeitet. Der Autor hat sich aber nicht nur auf die Erfassung der Gottlober Kirchenmatrikeln beschränkt, sondern alle bis zum Zeitpunkt der Drucklegung zugänglichen genealogischen Werke eingearbeitet, so dass die Wanderungsbewegungen nach Gottlob und von hier in andere Banater Orte gut dokumentiert und nachvollziehbar sind.

Die Einträge der einzelnen Fami-liennummern entsprechen dem mittlerweile üblichen Standard: Neben den Grundinformationen zu den Familien – Namen, Geburts- und Sterbedaten, Eltern, Berufsangaben, Kinder – werden sowohl Trauzeugen als auch Taufpaten sowie andere in den Matrikeln enthaltene Angaben erfasst. Die Darstellung der Daten ist sehr strukturiert und übersichtlich gestaltet, so dass eine schnelle Orientierung und Rezeption problemlos möglich ist.

Dem Buch sind umfangreiche Register beigefügt, so ein Index der Nachnamen, ein Verzeichnis der Ehefrauen, die aus anderen Orten stammten bzw. deren Herkunft unbekannt ist, ein Verzeichnis der Berufe und Funktionen sowie ein ausführliches Ortsregister.

Nikolaus Horn erschließt mit seinem „Familienbuch Gottlob“, das in keiner genealogischen Bibliothek fehlen sollte, ein weiteres Stück der Geschichte der Banater Heide. Gedankt sei an dieser Stelle auch der Arbeitsgemeinschaft für Veröffentlichung Banater Familienbücher, die für die ansprechende Publikation gesorgt hat.

Nikolaus Horn: Familienbuch der katholischen Pfarrgemeinde Gottlob im Banat 1773-1990, hrsg. von der Arbeitsgemeinschaft für Veröffentlichung Banater Familienbücher (AVBF). St. Georgen 2016. 3 Bände, Hardcover mit Fadenheftung, 2045 Seiten (Schriftenreihe zur donauschwäbischen Herkunftsforschung, Bd. 200; Deutsche Ortssippenbücher, Bd. B955). Preis: 90 Euro zzgl. Versand. Bezug: AVBF, Josef Michels, Spittelbergstraße 11, 78112 St. Georgen, Tel. 07724 / 7122, E-Mail JoMichels@gmx.de