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Banater Post

280 Jahre Kathedrale zum hl. Georg

Die Bischöfe Laszlo Böcskei (Großwardein) und Martin Roos (Temeswar) beim Pontifikalamt anlässlich der Diözesanwallfahrt zum Hohen Dom zu Temeswar am 9. April, in dessen Rahmen die Jubiläumsausstellung zum 280-jährigen Bestehen der Temeswarer Kathedrale eröffnet wurde.

Die in der Temeswarer Domkirche noch bis 15. August geöffnete Ausstellung „Die Kathedrale St. Georg zu Temeswar − 280 Jahre Geschichte“ zeigt Objekte, Dokumente und Bilder, darunter auch Raritäten aus der Schatzkammer des Doms und des Bistums. Fotos: Walther Konschitzky

Am 9. April wurde im Dom zu Temeswar anlässlich der Diözesanwallfahrt eine dem 280-jährigen Bestehen der Kathedrale zum hl. Georg gewidmete Ausstellung eröffnet (wir berichteten). Für die Konzeption der Jubiläumsausstellung zeichnet Diözesanbischof Dr. h.c. Martin Roos verantwortlich. Nachfolgend veröffentlichen wir die Ansprache von Bischof Roos zur Eröffnung der Ausstellung.


Neben dem großen, runden Jubiläum, das das gesamte Banat begeht, 300 Jahre seit der Befreiung von der türkischen Besatzung, begeht unser Bistum Temeswar – zusammen mit den beiden Schwesterdiözesen Szeged-Csanád und Groß-Betschkerek – auch 280 Jahre seit der Grundsteinlegung zur Kathedrale Sankt Georg zu Temeswar, die gut zweihundert Jahre hindurch die gemeinsame Bischofskirche der alten Diözese Csanád war.
Die Ausstellung möchte das Werden dieser Kathedrale in Bildern, Dokumenten und Gegenständen veranschaulichen, die mit dem Bau und der Ausstattung in unmittelbarem Zusammenhang stehen. Dabei treten auch jene Behörden und Persönlichkeiten vor unsere Augen, die es schon längst nicht mehr gibt, die sich aber um den Bau und dessen Einrichtung unvergängliche Verdienste erworben haben – allen voran die beiden Gestalten Kaiser Karls VI. und Maria Theresias sowie die der Temeswarer Landesadministration von damals.
Die Ausstellung selbst beginnt links vom Haupteingang mit der Frage: Was ist eine Kathedrale? Sie führt über die Bischöfe Nádasdy, der seit 1710 Bischof von Csanád war, Falkenstein, Stanislavich und Engel, die am Bau unmittelbar beteiligt waren, hin zu den Bischöfen Christovich und Kőszeghy. Letzterer durfte mit der feierlichen Konsekration der Kathedrale in der Osterwoche des Jahres 1803 dem Werk die Krone aufsetzen. Gleichzeitig werden päpstliche Bullen und kaiserliche
Diplome gezeigt wie auch Raritäten aus der Schatzkammer des Doms und des Bistums. Es sind dies tatsächlich auch historische Seltenheiten, wie man sie nicht überall und immer zu sehen bekommt. In dieser Zusammenstellung und an diesem Ort eine absolute Premiere.
Zur Besichtigung empfiehlt es sich, im Laufe der nächsten Wochen und Monate entweder allein oder in kleineren Gruppen zu kommen und sich von einer oder einem der Führer in aller Ruhe durch die Dom-Ausstellung führen zu lassen. Dabei kann man die ausgestellten Objekte auch auf sich wirken lassen. Am besten meldet man sich einige Tage vor dem Besuch in der Bischöflichen Kanzlei an. Die Ausstellung ist bis zum 15. August dieses Jahres geöffnet. An Sonn- und Feiertagen sowie während der Gottesdienstzeiten ist der Besuch der Ausstellung allerdings nicht möglich. Sonst aber ist jedermann gerne gesehen.
Kirchliche Museen und dergleichen Ausstellungen – so auch die kirchlichen Weisungen und Erklärungen – sind Teil der Verkündigung des Evangeliums; sie dokumentieren das Werden und die Entfaltung des christlichen Glaubens in einer bestimmten Region, in einem bestimmten Bistum. In diesem Sinne kam auch diese Ausstellung zustande und in diesem Sinne sollte sie auch genutzt werden. Darüber hinaus bietet sie reichhaltiges Anschauungsmaterial zur Geschichte unseres Doms und unserer Diözese.
Zum Schluss darf ich all jenen herzlich danken, die mir beim Aufbau der Ausstellung hilfsbereit zur Seite gestanden waren.