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Banater Post

Veranstaltungen zum 200. Todestag von Andreas Hofer

Die katholische Kirche in Tirol

Erwin Josef Tigla (rechts) informiert die jungen Bewohner von Tirol über Andreas Hofer und die Geschichte ihres Ortes.

Die Schwestern von der österreichischen Provinz der Missionsschwestern vom Kostbaren Blute.

Zum Verlauf des Projekts zu den Gedenkjahren 2009/2010 »Tirol in den Alpen – Tirol im Banater Bergland«

Im Jahre 2009 gedachte man in ganz Tirol und Österreich der historischen Schlachten, die vor 200 Jahren am Bergisel stattgefunden haben. 1805 musste der österreichische Kaiser Franz Josef I. das Land Tirol nach verlorenen Kämpfen an das mit Frankreich verbündete Bayern abtreten. Das veranlasste die Bevölkerung zum Aufstand unter Andreas Hofer. Am 12. April 1809 schlugen die Tiroler Freiheitskämpfer die französisch-bayerischen Feinde am Bergisel bei Innsbruck, und somit wurde das Jahr 1809 zum Symbol der Tiroler Freiheit. Leider folgten weitere Schlachten, und Kaiser Franz I. trat in einem Friedensvertrag mit Napoleon Bonaparte Tirol wieder an Bayern ab. Für die Freiheitskämpfer und deren Führer folgten schwere Zeiten. Andreas Hofer starb verraten in der Festung Mantua. Er wurde erschossen, nachdem ein Kriegsgericht ihn zum Tode verurteilt hatte. Josef Speckbacher, einer der Anführer der Tiroler Freiheitskämpfer, floh nach Wien, und von dort aus wurden er und weitere Gefährten zum Auswandern in das damalige Südungarn bewogen. Er selbst und sein Mitstreiter Peter Thalguter suchten mehrere Plätze in Südungarn auf und einigten sich auf einen Platz zwischen Fisesch und Doklin. Bereits im August 1810 fand die Grundsteinlegung zur neuen Kolonie im Banater Bergland statt. 1812 bekam die Siedlung – auf Antrag Josef Speckbachers und zur Huldigung des Kaisers Franz I., der ja auch König von Ungarn war – den Namen „Königsgnade“.

Das Demokratische Forum der Banater Berglanddeutschen (DFBB) und der Kultur- und Erwachsenenbildungsverein Deutsche Vortragsreihe Reschitza“ haben begonnen, das Jubiläum 200 Jahre Tiroler Freiheitskampf (2009) und Grundsteinlegung des Dorfes Königsgnade, heute Tirol im Banater Bergland (2010), mit einer Reihe von Aktionen zu begehen. Unter dem Sammeltitel des Projekts „Tirol in den Alpen – Tirol im Banater Bergland“ wurden bereits folgende Tätigkeiten vollendet:

Teilnahme der deutschen „Enzian“-Volkstanzgruppe aus Reschitza im Banater Bergland an dem studentischen Kommers der akademischen Sängerschaften anlässlich des Tiroler Gedenkjahres in Innsbruck am 2. Mai 2009; Teilnahme der deutschen „Enzian“-Volkstanzgruppe aus Reschitza im Banater Bergland an einem kulturellen Gesellschaftsabend im Sterzinger Stadttheater (Südtirol) am 2. Mai 2009; Auftritt der deutschen „Freundschaft“-Volkstanzgruppe aus Bokschan im Banater Bergland in Schwaz am 19. September 2009; Teilnahme der deutschen „Freundschaft“-Volkstanzgruppe aus Bokschan im Banater Bergland am großen Festumzug in der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck anlässlich des Gedenkjahrs 2009 „Geschichte trifft Zukunft“ (einzige Vertretung aus Rumänien); Festvortrag „Tirol 1809–2009 / Gemeinsames und Trennendes“, mit Dr. Christoph Haid-acher (Tiroler Landesarchiv, Innsbruck) am 3. Oktober 2009 in der deutschen Alexander-Tietz-Bibliothek in Reschitza, im Rahmen der „Deutschen Kulturdekade im Banater Bergland“ (2.–11. Oktober 2009); Vernissage der Jubiläumsbuch- und Landkartenausstellung „Andreas Hofer, 200 Jahre“ am 3. Oktober 2009 im Frédéric-Ozanam-Sozialzentrum der Vinzenzgemeinschaft Reschitza im Rahmen der „Deutschen Kulturdekade im Banater Bergland“ (2.–11. Oktober 2009); Festvortrag „Tirol, 1809–2009 / Gemeinsames und Trennendes“ mit Dr. Christoph Haidacher, Tiroler Landesarchiv, Innsbruck, am 5. Oktober 2009 im St.-Anna-Begegnungshaus im Dorf Tirol = Königsgnad im Banater Bergland im Rahmen der „Deutschen Kulturdekade im Banater Bergland“ (2.–11. Oktober 2009); Vernissage der Jubiläumsbuchausstellung „Andreas Hofer, 200 Jahre“ am 5. Oktober 2009 im St.-Anna-Begegnungshaus im Dorf Königsgnad = Tirol im Banater Bergland im Rahmen der „Deutschen Kulturdekade im Banater Bergland“ (2.–11. Oktober 2009); Musikalisches Kulturprogramm, dem Tiroler Jubiläum gewidmet, mit Beteiligung des Franz-Stürmer-Chors aus Reschitza am 5. Oktober 2009, im St.-Anna-Begegnungshaus im Dorf Tirol = Königsgnad im Banater Bergland im Rahmen der „Deutschen Kulturdekade im Banater Bergland“ (2.–11. Oktober 2009).

Im Monat Februar 2010 hat man vier Veranstaltungen zum 200. Todestag des Freiheitskämpfers Andreas Hofer organisiert (er wurde am 20. Februar 1810 in Mantua durch Erschießen hingerichtet). Darüber soll nun in der Folge berichtet werden:

Am 20. Februar 2010 wurde in der deutschen Alexander-Tietz-Bibliothek in Reschitza der 200. Todestag Andreas Hofers durch einen Vortrag von Dipl.-Ing. Karl Ludwig Lupsiasca (Reschitza) gewürdigt. Erschienen sind Mitglieder des Vorstandes des DFBB und interessierte Mitglieder der hiesigen deutschen Gemeinschaft. Lupsiasca schilderte in seinem Exposé die politischen und wirtschaftliche Umstände vor dem Tiroler Aufstand, ging auf Andreas Hofer über und beendete seinen Vortrag mit den Folgen des Freiheitskampfes und der Ansiedlung der Tiroler im Banater Bergland. Erwin Josef Tigla präsentierte danach die wiedergedruckte Ansichtskarte des Dorfes Tirol aus den Jahren um 1910 – eine Wiederveröffentlichung anlässlich des 200. Todestages von Andreas Hofer – und verteilte sie an die Teilnehmer.

Am 21. Februar 2010 gedachte man des 200. Todestags Andreas Hofers im Dorf Tirol im Banater Bergland durch eine hl. Messe, von Pfarrer Carol Nagy aus Bokschan im St.-Anna-Bildungshaus zelebriert. Die hier tätigen Schwestern Sr. Gertrud Petschan, Sr. Katharina Pinzhoffer, Sr. Paulis Mohr und Sr. Hiltrud Frühholz von der österreichischen Provinz der Missionsschwestern vom Kostbaren Blute (die Gemeinschaft ist seit 1993 hier im Banater Bergland ansässig) sorgten, wie immer, dass der sonntägliche Gottesdienst ehrwürdig gefeiert wurde. Ihnen zur Seite stand der Jugendchor, den sie selbst bereits vor Jahren im Dorf Tirol initiiert haben.

Während der Fürbitten wurde für Andreas Hofer, für die Dorfgründer (1810–1812) und für die Erbauer der römisch-katholischen Mariä-Geburt-Kirche (1850 errichtet), aber auch für die jetzigen Bewohner des Dorfes und ihre Förderer im In- und Ausland gemeinsam gebetet. Nach der hl. Kommunion betete Pfarrer Nagy für Andreas Hofer ein Vaterunser in Deutsch und Rumänisch. Zum Schluss des Gottesdienstes sprach der DFBB-Vorsitzende Erwin Josef Tigla über die Bedeutung des 20. Februars in der Geschichte Tirols in den Alpen und die Projekte im Herbst im Banater Bergland, wann man am 3. Oktober den 200. Gründungstag des Dorfes Tirol durch Andreas Hofers Mitstreiter Josef Speckbacher feiern wird. Der DFBB-Vorsitzende dankte auch in der Öffentlichkeit den Schwestern, dank deren Einsatz heute in Dorf Tirol noch eine lebendige Gemeinschaft existiert.

Für all den Einsatz zu Gunsten der Gemeinschaft seit 1993 hat der DFBB-Vorstand am 9. Januar 2010 einstimmig beschlossen, ihnen den diesjährigen Alexander-Tietz-Preis innerhalb der Feierlichkeiten am 3. Oktober 2010 zu verleihen. Zum Schluss kündigte der DFBB-Vorsitzende an, dass am Montag darauf, am 22. Februar, alle Postsendungen aus dem Dorf Tirol mit dem Sonderstempel „200. Todestag Andreas Hofers“ versehen wird (vom Kultur- und Erwachsenenbildungsverein „Deutsche Vortragsreihe Reschitza“ herausgegeben und von dem Graphiker Gustav Hlinka angefertigt); ein Unikat in der Postgeschichte der Ortschaft.

Zum gleichen Anlass wurde ein Sonderbriefumschlag und ein Nachdruck einer alten Ansichtskarte des Dorfes Tirol aus dem Jahr 1910 vom gleichen Reschitzaer Kulturverein herausgegeben.

Am 22. Februar 2010 fanden im Alten Theater „Mihai Eminescu“ in Orawitza (Ortschaft, die im ersten Teil des 18. Jahrhunderts von Tiroler Bergknappen aus Schwaz besiedelt worden war) ein Vortrag zu diesem Tag in rumänischer Sprache von Dipl.-Ing. Karl Ludwig Lupsiasca (Reschitza) gehalten, und es fand die Vernissage der Jubiläumsbuchausstellung „Andreas Hofer, 200 Jahre“ statt. Die Bücher sind eine Spende des Landes Tirol. Die Einleitung zum Vortrag machte der Direktor des Alten Theaters, Dr. Ionel Bota, der in seiner Ansprache auf eine Zeitschrift aus Innsbruck hinwies: „Das Fenster. Tiroler Kulturzeitschrift“, Heft 3, Sommer 1968. Der Beitrag aus der zuvor erwähnten Schrift, der in Verbindung mit dem Dorf Tirol im Banater Bergland steht, wurde auch in einem Heft der Reihe „Mitteleuropa“ Nr. 12 / 2009 der Veröffentlichungen „Carasul“ des Alten Theaters „Mihai Eminescu“ Orawitza wiedergeben.

Unser großes Vorhaben aber ist das 200. Jubiläum der Grundsteinlegung des Dorfes Königsgnad = Tirol im Banater Bergland am 3. Oktober 2010 im Rahmen der XX. Kulturdekade im Banater Bergland und des XVII. Heimattags der Banater Berglanddeutschen. Dafür haben wir folgendes Programm vorgesehen: 10.30–11 Uhr: Ankunft der Teilnehmer beim Dorfeingang in Tirol 11–11.30 Uhr: Aufmarsch zur Kirche mit Trachtenpaaren und Musikgruppen aus Tirol (Österreich) und Südtirol (Italien), aus Bokschan und Reschitza und mit den Ehrengästen des Heimattages 11.30–12.45 Uhr: Heimatmesse der Banater Berglanddeutschen mit Festgrußworten und Festvortrag 13–16 Uhr: Festkulturprogramm der beteiligten Kulturformationen im Freien.