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Die Deportation in der rumäniendeutschen Literatur

Zum Abschluss des Gedenkjahres „70 Jahre Deportation der Rumäniendeutschen in die Sowjetunion“ veranstaltet die Deutsche Gesellschaft, eine überparteiliche Nichtregierungsorganisation zur Förderung politischer, kultureller und sozialer Beziehungen in Europa, am 2. und 3. Dezember ein Literarisches Symposium unter dem Titel „Die Deportation in der rumäniendeutschen Literatur“. Im Mittelpunkt steht der Eingang des Deportationsgeschehens in die Belletristik. Die Veranstaltung findet im Europasaal der Deutschen Gesellschaft e. V. in Berlin (Voßstraße 22) statt.

Die Tagung beginnt am 2. Dezember um 17 Uhr. Nach der Begrüßung durch Dr. Andreas H. Apelt, Bevollmächtigter des Vorstandes der Deutschen Gesellschaft e. V., erläutert der Historiker Dr. Florian Kührer-Wielach, Direktor des Instituts für Kultur und Geschichte Südosteuropas an der Ludwig-Maximilians-Universität (München), die Deportation der Rumäniendeutschen in die Sowjetunion aus historiografischer Perspektive. Der Literaturwissenschaftler Michael Markel (Nürnberg) unternimmt anschließend den „Versuch einer Bestandsaufnahme“ des Deportationsthemas in der schönen Literatur. Zum Abschluss des ersten Tages zeigt Günter Czernetzky Auszüge aus den Dokumentarfilmen „Heimkehr aus der Sklaverei“ und „Arbeitssklaven unter Hitler und Stalin“, wonach eine Publikumsdiskussion mit dem Filmemacher folgt.

Am eindrucksvollsten ist die Beschreibung der Deportation Herta Müller in ihrem Roman „Atemschaukel“ gelungen. Sie ist mit dem Dichter Oskar Pastior, der mit 17 Jahren ebenfalls deportiert worden ist, in die ehemaligen sowjetischen Arbeitslager gefahren. Über diesen „zweiten Weg Oskar Pastiors in den Donbass“ referiert Ernest Wichner, der Leiter des Literaturhauses Berlin, zu Beginn des zweiten Symposiumstages. Danach berichtet Norbert Wehr, Herausgeber der Literaturzeitschrift „Schreibheft“, von der Entstehung eines Radio-Features über die Zusammenarbeit von Herta Müller und Oskar Pastior. Der Vormittag schließt mit einer von Robert C. Schwartz (Deutsche Welle) moderierten Podiums- und Publikumsdiskussion unter Beteiligung von Dr. Florian Kührer-Wielach, Michael Markel, Ernest Wichner und Norbert Wehr.  

Nach dem gemeinsamen Mittagessen folgt eine Lesung mit den Schriftstellern Horst Samson („Im Staub der Geschichte. Neben einer Distel wurde ich geboren. Deportation in den Bărăgan – blick zurück nach vorn!“) und Johann Lippet („Auch hinfort wird zu erzählen bleiben vom Schnee“). Anschließend spricht Georg Aescht, Chefredakteur der „Kulturpolitischen Korrespondenz“ (Bonn), über die Romane „Habseligkeiten“ von Richard Wagner und „Januar ’45 oder Die höhere Pflicht“ von Erwin Wittstock. Horst Samson, Johann Lippet und Georg Aescht stellen sich sodann einer Podiums- und Publikumsdiskussion, die ebenfalls von Robert C. Schwartz moderiert wird. Das Symposium endet mit einem Schlusswort von Dr. Andreas H. Apelt gegen 18.15 Uhr.

Anmeldungen zum Symposium sind bis 27. November erwünscht. Ansprechpartnerin ist Dr. Ingeborg Szöllösi, Tel. 030 / 88412252, E-Mail is@deutsche-gesellschaft-ev.de.