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Banater Post

Katharina-Ackermann-Park in Sanktanna neu gestaltet

Das Dreifaltigkeitsdenkmal erstrahlt in neuem Glanz.

Dreifaltigkeitsdenkmal und Mutter-Anna-Kirche. Fotos: Astrid Weber

Die gesamte Fläche der heutigen Parkanlage in der Dorfmitte von Sanktanna war – wie aus den im Rahmen der „Josephinischen Landesaufnahme“ aus den Jahren 1782-1785 gefertigten Landkarten des „Marktes Sz. Anna im Comitat Arad“ hervorgeht – bereits bei der Gründung der Gemeinde Sanktanna in der Form vorhanden, wie sie sich bis heute erhalten hat. Der freie Platz entspricht dem üblichen Dorfanger, wie er auch heute noch im Burgenland, in Niederösterreich und ebenso häufig in Ungarn anzutreffen ist. Hier fanden die Wochen- und Jahrmärkte sowie die Viehmärkte statt. 1927 wurde hier die letzte Glockenweihe für die Mutter-Anna-Kirche vorgenommen. Ebenso fanden an diesem Platz Militär-, Feuerwehr- sowie Schützenkorpsparaden, Fahnenweihen, Versammlungen sowie Freiluftkonzerte statt. Hier, um den mit Bergsteinen gepflasterten Marktplatz, befanden sich die Gemeindestallungen für das Zuchtvieh, die Feuerwehrremise, die Dreifaltigkeitsstatue, ein öffentlich zugänglicher Brunnen, hier stand auch die Johannes-von-Nepomuk-Kapelle, die wegen „Verkehrsbehinderung“ im Jahre 1960 während der Amtszeit von Pfarrer Maus abgetragen wurde. Die Statue des Heiligen Johannes von Nepomuk steht heute in der Kirche in einer Nische. Von der Kirche führte ein Fußweg rechts von der Promenade zum ersten Rathaus der Gemeinde. Im Jahre 1886 wurde links davon die Synagoge erbaut.

Die Dreifaltigkeitsstatue wurde „Zur Ehre Gottes errichtet von Anton Ferkola und dessen Gattin Barbara 1888“, so die Inschrift in deutscher und ungarischer Sprache. Sie wird von den Statuen der Heiligen Barbara, des Heiligen Antonius, der Heiligen Maria und des Heiligen Josef geziert. Obenauf thront die Heilige Dreifaltigkeit. Nach der Errichtung der Statue wurden hier am Dreifaltigkeitssonntag, wenn es die Witterung erlaubte, Messen im Freien abgehalten.

Die Namensgeberin des Parkes, Katharina Ackermann, wurde 1881 als Kind wohlhabender Bauern geboren. Sie entstammte einer tiefgläubigen Familie und erlernte den Beruf einer Lehrerin, den sie aber, da lungenleidend, nicht ausüben durfte. Reich an irdischen Gütern, weilte sie zur Kur im Süden. In Meran kaufte sie viele Nadelhölzer und andere Bäume, unter anderem auch die Platanen, die heute noch vor dem Bahnhof stehen, und ließ diese nach Sanktanna bringen. Mit Hilfe ihrer Berufskolleginnen pflanzte Katharina Ackermann die verschiedensten exotischen Nadelgehölze und Bäume auf der Promenade vor der Kirche und im Gemeindepark an. Einer dieser Helferinnen war Theresia Göpfrich. Sie wurde 1889 in Sanktanna geboren und war Kindergärtnerin. Später arbeitete sie in Mercydorf. Ihren Lebensabend verbrachte sie in Arad, wo sie im Jahre 1989 als Hundertjährige verstarb. Katharina Ackermann hatte bereits 1926, im Alter von erst 45 Jahren, die irdische Welt verlassen.

Im Laufe der Zeit wurde aus der Promenade ein ansehnlicher Wald. Leider wurde dieser schöne Ort aber nicht vor Sturmschäden verschont und die Bäume auch nicht vor Krankheiten. So musste der eine oder andere Baum gefällt werden, und man versäumte es, rechtzeitig Neuanpflanzungen vorzunehmen. Die schöne Promenade verkam nach und nach. Die Neugestaltung des Katharina-Ackermann-Parkes war längst überfällig, wurde aber erst jetzt möglich, nachdem die Stadt Sanktanna auf Betreiben des Bürgermeisters Daniel Tomuţa vom Kreis Arad dafür Gelder aus EU-Fonds erhalten hatte. So konnte im Jahre 2014 mit der Neugestaltung des Parkes begonnen werden. Zentraler Punkt ist ein Springbrunnen, des Weiteren gibt es gepflasterte Spazierwege, Blumenbeete, einen Spielplatz, einen Pavillon mit Altar für zivilrechtliche Trauungen, neue Bänke, zwei festmontierte Betontischtennisplatten, elektrische Beleuchtung sowie eine neue Einzäunung. Die Dreifaltigkeitsstatue wurde komplett neu verputzt und frisch gestrichen. Die schmiedeeiserne Umfassung des Denkmals wurde restauriert. Die Arbeiten kommen in diesem Frühjahr zum Abschluss, und dann wird auch alles neu bepflanzt. Bis zur Kirchweih im Sommer wird die historische Ortsmitte in neuem Glanz erstrahlen und den ihr zustehenden Platz wieder einnehmen. Dann wird der Park wieder das sein, was er einmal war – ein Ort der Zusammenkunft, der Geselligkeit und der Erholung. Ganz im Sinne seiner Stifterin.