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"Brüche und Aufbrüche - Kirchengemeinden nach 1989"

Das neue Heft 2/2016 der vom Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der LMU München (IKGS) herausgegebenen Zeitschrift „Spiegelungen“ widmet sich dem Thema „Brüche und Aufbrüche – Kirchengemeinden nach 1989“. In wissenschaftlichen Aufsätzen, Zeitzeugenberichten, Interviews und einer Reportage wird versucht, verschiedene Zugänge zu folgenden Fragestellungen zu öffnen: Wie sind Kirchengemeinden mit den politischen, sozialen, aber auch geistigen Umbrüchen seit dem Ende der kommunistischen Ära umgegangen? Welche Bedeutung und Funktionen hatten und haben die Kirchen und deren Gemeinden im Leben der Deutschen in unterschiedlichen Städten und Regionen in Südosteuropa? Vor welchen Herausforderungen stehen diese konfessionellen Gemeinschaften heute vor dem Hintergrund ihrer Minderheitensituation?

Die wissenschaftlichen Beiträge richten ihren Fokus auf zwei ehemalige deutsche evangelische Kirchen in Belgrad (Angela Ilić), auf die deutschsprachige Gemeinde der katholischen Kalvarienkirche in Sathmar (Enikő Dácz) sowie auf die deutsche evangelische Gemeinde in Athen, die einen Sonderfall darstellt (Helene Dorfner). Die drei Analysen werden durch Zeitzeugenberichte über die (auch) deutschsprachigen evangelischen Gemeinden in Budapest und Ödenburg (ung. Sopron) sowie die kirchliche Situation in Siebenbürgen und in Bessarabien ergänzt. Die vom Schwerpunktthema inspirierte Gemäldereihe „Erinnerung–Traum–Hoffnung“ des slowenischen Künstlers Matej Metlikovič sowie Fotografien siebenbürgischer Kirchen von Robin Gullbrandsson illustrieren das Heft.

Im wissenschaftlichen Teil dieser Ausgabe gewährt Christina Rossi Einblicke in den im IKGS-Archiv verwahrten Vorlass des Schriftstellers Richard Wagner, während Raika Simone Maier die aus Siebenbürgen stammende Konzertsängerin und Gesangspädagogin Lula Mysz-Gmeiner (1876-1948) porträtiert. Acht Rezensionen und mehrere Tagungsberichte runden diesen ersten Teil der Zeitschrift ab.

Die Rubrik „Literarische Texte“ umfasst einen Prosatext von Hans Bergel und Lyrik von Carmen Elisabeth Puchianu, Horst Samson sowie den Autoren des Temeswarer Literaturkreises „Stafette“ Henrike Brădi-ceanu-Persem, Lorette Brădiceanu-Persem und Benjamin Burghardt.

Den Kulturteil dieser Ausgabe eröffnet ein ausführliches Interview mit dem in Temeswar geborenen Schweizer Schriftsteller Cătălin Dorian Florescu über dessen neuen Roman „Der Mann, der das Glück bringt“ (C.H. Beck München, 2016). Elke Sabiel blickt auf die Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung zurück, speziell auf den Journalistenaustausch mit Ländern Ost- und Südosteuropas in der Zeit des Kalten Krieges. Darauf werden Rechercheergebnisse des im Oktober 2015 in Czernowitz veranstalteten Workshops „FutureLab Bukowina“ veröffentlicht, dessen Ausgangsfrage lautete: Eignen sich die Bukowina und ihr multikulturelles Erbe als ein Laboratorium für die Zukunftsgestaltung der Ukraine?

Außerdem enthält der Kulturteil Würdigungen der Schriftsteller Edgar Hilsenrath zum 90. und Johann Lippet zum 65. Geburtstag sowie der Leiterin des Germanistischen Instituts der Eötvös-Loránd-Universität Budapest, Elisabeth Knipf-Komlósi, zum 65. Geburtstag. Erinnert wird zudem an einige im vergangenen Jahr verstorbene Persönlichkeiten aus Kultur und Wissenschaft, darunter an den Theatermann Franz Csiky und den Klausenburger Historiker Nicolae Bocşan. Buchbesprechungen, eine Chronik der auf die deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas bezogenen Veranstaltungen im Zeitraum April – Oktober 2016 sowie Nachrichten aus dem IKGS beschließen den 249 Seiten starken Zeitschriftenband.   

Heft 2/2016 der „Spiegelungen“ kann zum Preis von 17 Euro zzgl. Porto- und Versandkosten bestellt werden beim Verlag Friedrich Pustet Regensburg, Telefon 0941 / 920220, E-Mail verlag@pustet.de.