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Banater Post

Die Temeswarer Studentenrevolte von 1956

A. Moghioros, N. Ceausescu, Parteichef Gh. Gheorghiu-Dej und N. Chruschtschow auf dem Flughafen in Bukarest: Abreise der KPdSU-Delegation nach dem III. Parteikongress (1960). Foto: Online-Photothek des rumänischen Kommunismus

Mechanikfakultät der Temeswarer Universität. Foto: Turbojet

Nach dem Tod Stalins im März 1953 setzte in der Sowjetunion eine sogenannte Tauwetterperiode ein. Die Signale der Liberalisierung aus Moskau riefen eine Kette von Unruhen in ostmitteleuropäischen Staaten hervor, zuerst 1953 in der Tschechoslowakei und in der DDR. 1956 kam es in Polen zu weitreichenden gesellschaftspolitischen Veränderungen, die für die Reformkräfte in Ungarn zum Vorbild eines eigenständigen Weges zum Sozialismus wurden. Die Entwicklungen in Ungarn mündeten aus Sicht der Sowjetunion in eine Konterrevolution, was diese veranlasste, militärisch einzugreifen.

Die Ereignisse in Ungarn lösten in allen Staaten des »Ostblocks« ein starkes Echo aus, natürlich auch in Rumänien. Bedingt durch ihre Lage an der Grenze zu Ungarn, mit einer multiethnischen und von humanistischen Werten geprägten Bevölkerung, war die westrumänische Region Banat sehr empfänglich für die Ideale der Ungarischen Revolution. Die Ereignisse im Nachbarland beeinflussten mit Sicherheit die Gemütslage der Banater Bevölkerung, haben aber den Ausbruch der Studentenrevolte im Herbst 1956 in Temeswar, der Hauptstadt des Banats, nicht direkt ausgelöst. Vorläufer der 1956er Revolte waren die Protestkundgebungen im November 1945 und im Juni 1946, auf denen Studenten das Ende der sowjetischen Besatzung des Landes und demokratische Reformen forderten. In den darauffolgenden Jahren nahm der Widerstand andere Formen an: Zerstörung von Propagandamaterial, Unterstützung der Familien von politischen Häftlingen, Verteilung von Flugblättern mit regimekritischem Inhalt. Auch die deutsche Minderheit beteiligte sich an diesen Aktionen, so eine Gruppe von der Elektronikfakultät um Harry Mild. In den Jahren 1949, 1952 und 1953 wurde eine Reihe von Temeswarer Studenten, Schülern und Arbeitern zu Gefängnisstrafen oder Zwangsarbeit verurteilt, weil sie sich »gegen die existierende soziale Ordnung« auflehnten oder zum »Widerstand gegen die sowjetische Besatzung« aufriefen. Die Ereignisse im Herbst 1956 aber wurden zum Kulminationspunkt des studentischen Aufbegehrens. In ihrem Verlauf wurden die Studentenproteste zu einer eindeutig politischen Aktion.

Bereits im Frühjahr / Sommer, nach Bekanntwerden der Geheimrede des sowjetischen Parteichefs Nikita Chruschtschow vor den Delegierten des 20. Parteitags der KPdSU, in der dieser Stalin heftig kritisierte, äußerten Studenten mehr oder weniger offen ihre Unzufriedenheit. Im September, beginnend mit dem neuen Universitätsjahr, verstärkte sich die Krise. Studenten sprachen Probleme offen an und äußerten Kritik an der Politik der Staats- und Parteiführung (1). Diese war sich der Existenz einer kritischen Masse in der Studentenschaft durchaus bewusst. Alarmiert durch die Ereignisse in Ungarn begann die Staatsmacht, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. Am 26. Oktober 1956 wurden die Temeswarer Hochschuldozenten angewiesen, in den Sitzungen mit den Studenten deren Haltung zu ergründen und potentielle Unruhestifter zu identifizieren. Studenten des fünften Studienjahrs der Mechanikfakultät des Polytechnikums erfuhren davon und trafen sich noch am selben Abend, um Maßnahmen zur Vereitelung dieser Manöver zu diskutieren. In der am 27. Oktober vom Assistenten Stefan Rosinger geleiteten Sitzung erschienen – statt nur der einbestellten Gruppe der Fachrichtung Dampfmaschinen – alle über hundert Mechanikstudenten des fünften Studienjahrs. Sie kritisierten die Position der Staats- und Parteiführung gegenüber der Entwicklung in Ungarn und erklärten sich mit den Idealen der ungarischen Jugend solidarisch. Die Diskussionen berührten – neben studentenspezifischen Themen – das gesamte sozialpolitische Spektrum der rumänischen Gesellschaft.

Die nächsten beiden Tage nutzte die Initiativgruppe um Caius Mutiu, Teodor Stanca, Aurel Baghiu und Friedrich Barth, um eine machtvolle Versammlung der gesamten Temeswarer Studentenschaft sowie Kundgebungen und Streiks der Studenten vorzubereiten. Die Ausweitung der Proteste auf Arbeiter, Bauern, Intellektuelle und das Militär wurde geplant. Teodor Stanca redigierte eine Denkschrift mit den Forderungen der Studenten. Am 30. Oktober versammelten sich mehr als 2000 der 4287 Studenten Temeswars zunächst in der Aula, dann in der Kantine der Mechanikfakultät. Teodor Stanca, Aurel Baghiu und Gheorghe Tamas bildeten das Präsidium. In Anwesenheit der Sondergesandten der Parteiführung und der Regierung, Petre Lupu (Sekretär des Zentralkomitees (ZK) der Rumänischen Arbeiterpartei Partidul Muncitoresc Român – PMR), Coriolan Dragulescu (stellvertretender Bildungsminister), Ilie Verdet (stellvertretender Leiter der Organisationsabteilung des ZK der PMR) sowie des Rektors des Polytechnischen Instituts, Alexandru Rogojan, ergriffen etwa dreißig Studenten das Wort. Während der sechsstündigen Versammlung skizzierten sie schonungslos das wahre Bild der rumänischen Gesellschaft jener Zeit. Neben studentischen Belangen wie der Streichung des Russisch- und Marxismus-Unterrichts stellten die Studenten in ihren politischen Ausführungen Forderungen auf, die die Partei als »offensichtliche Gefahr« einstufte: Abzug der sow-jetischen Truppen aus Rumänien, Meinungs- und Pressefreiheit, Beendigung des Personenkults, Verringerung der landwirtschaftlichen Zwangsabgaben und der Normen in der Industrie, Zulassung demokratischer Freiheiten. Und natürlich wurden Provokateure eingeschleust. Die Offiziellen wurden bei jeder ihrer Stellungnahmen ausgebuht. Von Teilnehmern wird dies – ebenso die Rufe »Freiheit« und »Nieder mit dem Kommunismus« – Securitateleuten zugeschrieben. Ioan Holender, der spätere Direktor der Wiener Staatsoper, analysierte die »vorrevolutionäre Stimmung« und verlangte die Veröffentlichung der Forderungen in der Presse. Die Repräsentanten des Regimes vermieden jede konkrete Stellungnahme, wählten eine Hinhaltetaktik und versprachen, dass die Studenten wegen ihrer radikalen Kritik keine Repressalien zu befürchten hätten. Sie kündigten an, sich mit der Staats- und Parteiführung beraten zu wollen, um am 2. November die Gespräche mit den Studenten fortzusetzen. Dann wurde die Denkschrift der Organisatoren Punkt für Punkt diskutiert, mit weiteren Forderungen ergänzt und verabschiedet. Die zusätzlichen Punkte wurden von Aurelian Pauna schriftlich festgehalten; bei ihm wird die Securitate auch das insgesamt dreiseitige Dokument sicherstellen. Ein Studentenkomitee mit Repräsentanten der Fakultäten wurde gegründet. Ihm gehörten an: Aurel Baghiu, Heinrich Drobny, Octavian Vulpe, Aurelian Pauna, Teodor Ciomocos und Gheorghe Pacuraru. Das Komitee wurde bevollmächtigt, den Forderungskatalog tags darauf den lokalen Machthabern und der Presse bekanntzugeben. Mit dem Beschluss, falls die Wiederaufnahme der Verhandlungen scheitern sollte, Streiks und Demonstrationen nach dem 2. November durchzuführen, endete die Versammlung so gegen 20 Uhr.

Doch noch während die Versammlung andauerte, umstellten Securitate, Miliz und Armee den Campus mit Panzern und anderen Armeefahrzeugen. Um 21 Uhr schlug die Staatsmacht zu. Mit Gewehren im Anschlag wurden zahlreiche Studenten, darunter die Organisatoren, verhaftet und in Kellern der Securitate eingesperrt, einige Hundert wurden mit Lkw in ehemalige Kasernen bei Kleinbetschkerek gebracht. Während der ganzen Nacht kam es zu weiteren Verhaftungen. Diese Maßnahmen wurden von höchster Ebene, vom Politbüro des ZK der PMR, angeordnet. Die Militärpräsenz in Temeswar wurde verstärkt, und ein politisch-militärisches Kommando übernahm unter Führung des stellvertretenden Ministerpräsidenten Emil Bodnaras die Aufgabe, die Studentenrevolte niederzuschlagen. Dieses Kommando, dem Innenminister Alexandru Draghici, Verteidigungsminister Leontin Salajan und der Sekretär des ZK der Partei, Nicolae Ceausescu, angehörten, war bevollmächtigt, alle notwendigen Maßnahmen zur Liquidierung der Revolte zu ergreifen, so auch den Notstand in einzelnen Regionen des Landes auszurufen, und, wenn nötig, den Securitatetruppen und der Armee den Schießbefehl zu erteilen. Noch aber gab die Studentenbewegung nicht auf. Am nächsten Morgen versammelten sich auf Initiative von Gheorghe Pacuraru bis zu 1000 Studenten vor der Agronomiefakultät und forderten die Freilassung ihrer inhaftierten Kommilitonen. Politische Losungen skandierend, bewegte sich der Demonstrationszug über die Begabrücke Richtung Stadt-zentrum. Im Stalinpark bei der Kathedrale wurden die Studenten mit Warnschüssen gestoppt, von Securitate und Miliz eingekesselt und brutal zusammengeschlagen. Soldaten mit Gewehren und aufgepflanzten Bajonetten trieben sie auf offene Armeelaster und brachten sie weg. Um weitere »staatsfeindliche und konterrevolutionäre Aktionen« der Studenten zu verhindern, wurden die Wohnheime von bewaffneten Soldaten umstellt, wieder fielen Schüsse. Die Medizinstudenten unter Füh-rung von Victor Diaciuc versuchten eine letzte Aktion und traten in den Hungerstreik. Auch diese Studenten wurden verhaftet. Unmittelbar danach kam es zu einer spontanen Solidaritätskundgebung von Lyzeumsschülern, die mit dreißig Festnahmen endete.

Das Hauptaugenmerk der Staatsmacht lag auf der Verhinderung eines Generalstreiks der Studenten mit allen Mitteln; sie fürchtete dessen »Einfluss auf die Bevölkerung«. Zu diesem Zweck wurde ein lokales Kommando installiert unter Leitung des Mitglieds des ZK der PMR, Alexandru Moghioros, das die Situation bis zum 3. November normalisieren sollte. Für den Fall, dass die Unruhen weitergehen würden, erwog die Regierung die Schließung des Universitätsstandortes Temeswar. Insgesamt wurden während der Studentenunruhen in Temeswar etwa 2000 Studenten verhaftet und in den Kasernen in Kleinbetschkerek und in der Calea Lipovei festgehalten, wo sie sich schriftlich von den Forderungen und Aktionen der Bewegung lossagen und die Bestrafung der Organisatoren fordern mussten. 868 Studenten wurden von der Securitate intensiv verhört und bearbeitet, aber schließlich nur 29 der »Verschwörung gegen die soziale Ordnung« angeklagt – ein Vergehen, das mit mindestens 15 Jahren Gefängnis, aber auch mit der Todesstrafe geahndet werden konnte. Da aber Rumänien international kein Aufsehen erregen und weitere Spannungen im studentischen Milieu vermeiden wollte, waren die Machthaber bestrebt, die Bedeutung und das Ausmaß der Bewegung herunterzuspielen. Im November und Dezember 1956 verurteilte das Temeswarer Militärgericht 26 Anführer der Revolte (einschließlich einem Assistenten) wegen »öffentlicher Aufwiegelung« zu insgesamt 77 Jahren Gefängnis, so Caius Mutiu, Teodor Stanca und Aurel Baghiu zu je acht Jahren, Valentin Rusu zu sieben und Heinrich Drobny und Friedrich Barth zu je sechs Jahren. 81 Studenten wurden exmatrikuliert, 126 bekamen geringere Strafen. Die Verurteilten kamen ins Gefängnis nach Gherla und in die Arbeitslager in der Balta Brailei und im Donaudelta. Für manche Studenten schlossen sich nach ihrer Entlassung noch ein bis fünf Jahre Zwangsaufenthalt im Baragan an, hauptsächlich in Latesti. Sie wohnten in den verlassenen Häusern, die von den zwischen 1951 und 1956 in die Baragansteppe deportierten Banatern gebaut wurden. Auch das Lehrpersonal wurde nicht verschont. Mehrere Professoren wurden entlassen oder verwarnt.

Die Temeswarer Studentenrevolte war kein isolierter Akt. Zu Unruhen in der Studentenschaft kam es auch in Bukarest, Klausenburg und Iasi. Das Regionalkomitee Banat der PMR konstatierte eine extrem kritische Haltung der Banater Bevölkerung gegenüber den Exponenten des Regimes und eine »Zunahme anti-sowjetischer Manifestationen«, es herrschte allgemeine Aufregung und Nervosität. Unruhen, Äußerungen der Unzufriedenheit und Kritik an der Politik der Regierung waren an der Tagesordnung. Bürger sprachen Probleme an, auf die die Parteiaktivisten keine Antworten hatten. In Temeswar, Arad, Lugosch und Reschitza äußersten sich Arbeiter offen gegen die hohen Normen und Abgaben und gegen die Anwesenheit der sowjetischen Truppen. In Lugosch und Faget wurden regimefeindliche Flugblätter verteilt, auf Wänden standen Parolen wie »Russen raus« und »Wir wollen Brot«. Auch in den Dörfern war die Lage explosiv. Parteiaktivisten und Securisten wurden geschlagen und verjagt, Bauern verweigerten die Zwangsabgaben und verlangten die Annullierung der Kollektivierung.

Vordergründig wurde die Temeswarer Studentenrevolte niedergeschlagen. Ihre Folgen waren jedoch weitreichend. Noch im gleichen Jahr wurde die Führung des Bildungsministeriums ausgewechselt, die Studentenvereinigungen gewannen an Bedeutung und brachten bald eine eigene Zeitschrift heraus. Der obligatorische Russischunterricht wurde vom Lehrplan gestrichen und war fortan nur noch Wahlfach. Auch die paramilitärische Ausbildung der Studenten wurde abgeschafft. Ab 1957 initiierte Ion Gheorghe Maurer – zunächst als Außenminister und Staatsoberhaupt, ab 1961 als Ministerpräsident – tiefgreifende Veränderungen in der Innen- und Außenpolitik Rumäniens. Nachdem der Wirtschaftsexperte Alexandru Barladeanu mit der Koordination der Wirtschaft beauftragt wurde, verbesserte sich in den folgenden Jahren die materielle Lage der Bevölkerung spürbar. Es wurden Lohnsteigerungen um 15 Prozent beschlossen, und im Januar 1957 wurden die Bauern von den Zwangsabgaben landwirtschaftlicher Produkte befreit. Im Sommer 1958 verließen die sowjetischen Truppen das Land.

Im Herbst 1956 waren 3170 Temeswarer Studenten Mitglieder der Vereinigung der Arbeiterjugend (Uniunea Tineretului Muncitoresc – UTM ), der Jugendorganisation der Partei. Deren Regionalkomitee konstatierte, dass nicht weniger als 2819 UTM-Mitglieder an der Versammlung am 30. Oktober und an der Demonstration am 31. Oktober teilgenommen hatten, darunter auch UTM-Sekretäre wie Teodor Stanca, Heinrich Drobny und Stela Duvac. Die Temeswarer Studentenrevolte von 1956 war eine Protest- und Reformbewegung innerhalb des Systems, die der Arbeit der Partei und der Regierung beim »Aufbau des Sozialismus« neue Impulse verleihen wollte. »Sie war ein Versuch, das System zu reformieren. Auch die Denkschrift beinhaltete keine Forderungen nach Änderung des Regimes oder nach einem Mehrparteiensystem. 1956 war eine Bewegung, die nicht aus den alten Strukturen kam, sondern von uns Kindern der neuen Ordnung. Es war eine Revolte der sozialistischen Gesellschaft« (Heinrich Drobny). Durch deren Niederschlagung vergab die Rumänische Arbeiterpartei eine historische Chance. Die vollständige und nachhaltige Erfüllung der politischen Forderungen der Temeswarer Studenten hätte die rumänische Gesellschaft auf den Weg eines »Sozialismus mit menschlichem Antlitz« in eine bessere Zukunft bringen können.

 

Heinrich Drobny wurde am 26. November 1935 in einer tschechisch-ungarisch-deutschen Familie in Belintz geboren. Die Kinder besuchten die deutsche Schule. Nach dem Abitur in Lugosch studierte er ab 1953 an der Mechanikfakultät in Temeswar. Im Oktober 1956 war Drobny Sekretär des vierten Studienjahrgangs des Jugendverbandes der Arbeiterpartei UTM. Er war der Protagonist der ersten direkten Aktion der Studentenbewegung: Am 25. Oktober, am Ende einer Vorlesung in »Wissenschaftlichem Sozialismus«, bat Drobny den Professor, den Studenten einige Fragen zu beantworten ... Wegen seiner führenden Rolle bei der Studentenrevolte zu sechs Jahren Haft verurteilt, kam er nach Gherla, dort zuerst Zellenarest, dann offener Vollzug und Arbeit in der Möbelfabrik. Anschließend Zwangsarbeit in der Balta Brailei und im Donaudelta. Drobny heiratete 1964, zwei Jahre später wurde seine Tochter geboren. Erst 1966 zur Wiederaufnahme des Studiums zugelassen, absolvierte er das Polytechnikum 1968. Nach zwei Jahren in Bals und Slatina im Kreis Olt kehrte Drobny nach Temeswar zurück, wo er bis 1989 bei Electrotimis in der Entwicklung arbeitete. Nach der Revolution Vizepräsident des Temescher Kreisrates der Front zur Nationalen Rettung, dann Unterpräfekt (1990–1992) und Vizepräsident des Kreisrates (1992–1996), unterstützt durch die Vereinigung der ehemaligen politischen Gefangenen. Nach Beendigung seines Mandats ließ sich Heinrich Drobny im Frankfurter Raum nieder, wo seine Tochter inzwischen lebte.

(1) Die Rumänische Arbeiterpartei (Partidul Muncitoresc Român) – 1948 aus der Vereinigung der Kommunistischen Partei Rumäniens (Partidul Comunist din România) mit der Rumänischen Sozialdemokratischen Partei (Partidul Social Democrat Român) hervorgegangen – war als Einheitspartei die »führende Kraft der Gesellschaft«. Unter ihrem Generalsekretär Nicolae Ceaucescu wurde sie 1965 in Rumänische Kommunistische Partei (Partidul Comunist Român) umbenannt und verkam nach und nach zur bloßen organisatorischen Hülse seiner Familiendiktatur. 1989 wurde das Ceaucescu-Regime, von Temeswar ausgehend, durch eine siegreiche Revolution gestürzt.

Literatur: Detemple, Uwe (2011): »Um eine Situation wie in Ungarn zu vermeiden«. Der Forderungskatalog der Temeswarer Studentenbewegung von 1956. Vorbemerkung und Übersetzung aus dem Rumänischen (Memoriu din partea studentilor din Timisoara [Denkschrift der Temeswarer Studenten]. In: Sitariu, Mihaela (2004): Oaza de libertate. Timisoara, 30 octombrie 1956 [Die Oase der Freiheit. Temeswar 30. Oktober 1956]. S. 195-197, Iasi: Polirom). Auf: Banaterra. www.banaterra.eu / german / content / um-eine-situation-wie-ungarn-zu-vermeiden (2011-08-10).

Ocsa, Alexandru et al. (2009): Traditia luptei petru libertate în Banat [Die Tradition des Freiheitskampfes im Banat]. In: Revolutia Romana in Banat [Die Rumänische Revolution im Banat]. S. 35–99, Craiova: Sitech.

Rusnac, Mircea (2009): Ecourile banatene ale revolutiei anticomuniste maghiare din 1956 [Banater Echos der ungarischen antikommunistischen Revolution von 1956]. In: Istoria Banatului. Blogul lui Mircea Rusnac [Die Geschichte des Banats. Blog Mircea Rusnac]. URL: istoriabanatului.wordpress.com/2009/06/17/mircea-rusnac-ecourile-banatene-ale-revolutiei-anticomuniste-maghiare-din-1956 (2009-06-17).

Sitariu, Mihaela (2004): Oaza de libertate. Timisoara, 30 octombrie 1956 [Die Oase der Freiheit. Temeswar 30. Oktober 1956]. Iasi: Polirom.