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Banater Post

Dauerausstellung wird überarbeitet

Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner (erste Reihe, Mitte) nahm zum letzten Mal an der Sitzung des Stiftungsrates des DZM teil. Nach 24-jähriger Amtszeit tritt er nicht mehr zur Wahl am 29. November 2015 an. Foto: DZM

Das Donauschwäbische Zentralmuseum plant eine Überarbeitung seiner Dauerausstellung. Am 22. Juni beschloss der Stiftungsrat ein Eckpunktepapier, wonach die permanente Ausstellung aktualisiert und zusätzlich ein neuer Rundgang zur Kulturgeschichte der Donau entstehen soll. Der Vorsitzende des Stiftungsrats, Innenminister Reinhold Gall MdL, erklärte, dass „die bisherige Präsentation der Dauerausstellung in einigen wenigen Punkten aktualisiert und überarbeitet werden sollte“. Außerdem halte er es für richtig, „mit einem weiteren Rundgang den Donauraum insgesamt im Museum stärker in den Fokus zu nehmen“. Dabei müsse auch an neue Formen der kulturellen Bildung und deren Vermittlung gedacht werden. Die Vorstandsvorsitzende, Ulms Bürgermeisterin Iris Mann, sieht in einer Überarbeitung vor allem die Chance, mit neuen Themen das Museum für weitere Zielgruppen noch attraktiver zu machen: „Die neu zu gestaltenden Themen Donauraum und Donauschifffahrt werden auch für Ulmer Besucher interessant sein. Die überarbeitete Ausstellung soll durch eine attraktive Gestaltung, den Einsatz von Medien und durch Mitmachstationen vor allem auch Familien ansprechen.“

Herzstück des Museums ist und bleibt aber die Darstellung der donauschwäbischen Geschichte von der Auswanderung im 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Viele Themen aus der donauschwäbischen
Geschichte wie Flucht, Vertreibung, Migration oder multiethnisches Zusammenleben sind heute hoch aktuell, insbesondere im europäischen Kontext. Das Museum muss sich der Tatsache stellen, dass die Zeitzeugen der Erlebnisgeneration immer weniger werden und das Publikum vermehrt keine unmittelbar persönlichen Bezüge zum Thema hat. Deshalb müssen neue Vermittlungsformen verbunden mit einer attraktiven Darstellung entwickelt werden.

Durch Umgestaltung der Dauerausstellung soll ein neuer Parallelrundgang zu den großen Themenräumen entstehen, der das Leitthema „Donau“ aufgreift. Hier sollen Themen rund um den europäischen Strom behandelt werden: von der Bedeutung der Ulmer Donauschifffahrt über die Dialekte der Donauschwaben bis hin zu den kulturellen Wechselbeziehungen in den Siedlungsgebieten der Donauschwaben. Zusätzlich sollen aktuelle länderkundliche und touristische Aspekte aufgegriffen werden, zu denen zusätzliche Exponate aus der Sammlung des DZM gezeigt werden können.

Bezüglich des neuen Eckpunktepapiers wies Bundesvorsitzender Peter-Dietmar Leber darauf hin, dass gerade die jüngere Geschichte der Banater Schwaben mit Freikauf, massenhafter Aussiedlung sowie die Entwicklung im Banat mit der Fortführung eines deutschen Kulturlebens unter starker Teilhabe der rumänischen Mehrheitsbevölkerung interessante Bereiche für eine museale Präsentation seien. Die Donau sei völker- und kulturverbindend, aber auch eine Todesgrenze gewesen.

Nach dem grundsätzlichen Beschluss des Stiftungsrates wird das Team um Direktor Christian Glass zusammen mit dem wissenschaftlichen Beirat jetzt eine Detailkonzeption erarbeiten. Parallel gilt es zu prüfen, wie die für dieses Vorhaben notwendigen Mittel bereitgestellt werden können. Ziel ist es, dass sich das Museum zum 20-jährigen Jubiläum im Jahr 2020 mit der aktualisierten und modifizierten Dauerausstellung präsentieren kann.